Alexander, Homer und Achilles

Projekttitel: eManual Alte Geschichte
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Autor_in: Arrian
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Arrian 1,11,6-12,4 – Original

[11,6] Ἀλέξανδρον δὲ ἐξ Ἐλαιοῦντος ἐς τὸν Ἀχαιῶν λιμένα κατᾶραι ὁ πλείων λόγος κατέχει, καὶ αὐτόν τε κυβερνῶντα τὴν στρατηγίδα ναῦν διαβάλλειν καὶ, ἐπειδὴ κατὰ μέσον τὸν πόρον τοῦ Ἑλλησπόντου ἐγένετο, σφάξαντα ταῦρον τῷ Ποσειδῶνι καὶ Νηρηίσι σπένδειν ἐκ χρυσῆς φιάλης ἐς τὸν πόντον. [7] λέγουσι δὲ καὶ πρῶτον ἐκ τῆς νεὼς σὺν τοῖς ὅπλοις ἐκβῆναι αὐτὸν ἐς τὴν γῆν τὴν Ἀσίαν καὶ βωμοὺς ἱδρύσασθαι ὅθεν τε ἐστάλη ἐκ τῆς Εὐρώπης καὶ ὅπου ἐξέβη τῆς Ἀσίας Διὸς ἀποβατηρίου καὶ Ἀθηνᾶς καὶ Ἡρακλέους. ἀνελθόντα δὲ ἐς Ἴλιον τῇ τε Ἀθηνᾷ θῦσαι τῇ Ἰλιάδι, καὶ τὴν πανοπλίαν τὴν αὑτοῦ ἀναθεῖναι ἐς τὸν νεών, καὶ καθελεῖν ἀντὶ ταύτης τῶν ἱερῶν τινα ὅπλων ἔτι ἐκ τοῦ Τρωικοῦ ἔργου σωζόμενα. [8] καὶ ταῦτα λέγουσιν ὅτι οἱ ὑπασπισταὶ ἔφερον πρὸ αὐτοῦ ἐς τὰς μάχας. θῦσαι δὲ αὐτὸν καὶ Πριάμῳ ἐπὶ τοῦ βωμοῦ τοῦ Διὸς τοῦ Ἑρκείου λόγος κατέχει, μῆνιν Πριάμου παραιτούμενον τῷ Νεοπτολέμου γένει, ὃ δὴ ἐς αὐτὸν καθῆκεν.
[12] ἀνιόντα δ᾽ αὐτὸν ἐς Ἴλιον Μενοίτιός τε ὁ κυβερνήτης χρυσῷ στεφάνῳ ἐστεφάνωσε καὶ ἐπὶ τούτῳ Χάρης ὁ Ἀθηναῖος ἐκ Σιγείου ἐλθὼν καί τινες καὶ ἄλλοι, οἱ μὲν Ἕλληνες, οἱ δὲ ἐπιχώριοι:…οἱ δὲ, ὅτι καὶ τὸν Ἀχιλλέως ἄρα τάφον ἐστεφάνωσεν: Ἡφαιστίωνα δὲ λέγουσιν ὅτι τοῦ Πατρόκλου τὸν τάφον ἐστεφάνωσε: καὶ εὐδαιμόνισεν ἄρα, ὡς λόγος, Ἀλέξανδρος Ἀχιλλέα, ὅτι Ὁμήρου κήρυκος ἐς τὴν ἔπειτα μνήμην ἔτυχε. [2] καὶ μέντοι καὶ ἦν Ἀλεξάνδρῳ οὐχ ἥκιστα τούτου ἕνεκα εὐδαιμονιστέος Ἀχιλλεύς, ὅτι αὐτῷ γε Ἀλεξάνδρῳ, οὐ κατὰ τὴν ἄλλην ἐπιτυχίαν, τὸ χωρίον τοῦτο ἐκλιπὲς ξυνέβη οὐδὲ ἐξηνέχθη ἐς ἀνθρώπους τὰ Ἀλεξάνδρου ἔργα ἐπαξίως, οὔτ᾽ οὖν καταλογάδην, οὔτε τις ἐν μέτρῳ ἐποίησεν: ἀλλ᾽ οὐδὲ ἐν μέλει ᾔσθη Ἀλέξανδρος, ἐν ὅτῳ Ἱέρων τε καὶ Γέλων καὶ Θήρων καὶ πολλοὶ ἄλλοι οὐδέν τι Ἀλεξάνδρῳ ἐπεοικότες, ὥστε πολὺ μεῖον γιγνώσκεται τὰ Ἀλεξάνδρου ἢ τὰ φαυλότατα τῶν πάλαι ἔργων:
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Projekttitel: eManual Alte Geschichte
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Übersetzung: Carl Cless
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Übersetzung

Auf der Fahrt dahin hatte er mitten im Hellespont einen Stier geschlachtet und dem Poseidon und den Nereiden aus goldener Schale ein Trankopfer ins Meer gespendet. Auch soll er der erste gewesen sein, der aus dem Schiffe in voller Rüstung ans asiatische Ufer sprang, und soll sowohl an der Stelle, wo er von Europa aus in See ging, als auch an derjenigen, wo er in Asien ans Land stieg, Zeus, dem Landesbeschirmer, und der Athene und dem Herkules Altäre errichtet haben. Auf der Höhe von Ilium habe er der Ilischen Athene geopfert und seine ganze Waffenrüstung in ihrem Tempel geweiht und dafür einige der heiligen Waffen mitgenommen, welche sich noch vom Troischen Kriege her daselbst erhalten hatten; diese trugen dann, wird erzählt, seine Schildträger jedesmal in den Schlachten vor ihm her. Eine Meldung sagt auch, er habe auf dem Altare Zeus‘. Des Herdbeschützers, dem Priamus geopfert, um dessen Zorn gegen Neoptolemus‘ Geschlecht, welchem er selbst ja angehörte, zu versöhnen.
[12] Als er nach Ilium hinaufzog, setzte ihm der Steuermann Menoetius eine goldene Krone auf und nach diesem der Athener Chares, welcher von Sigeium herbeigekommen war, desgleichen einige andere, teils Griechen, teils Landeseingeborene, zum Danke dafür, daß er eigenhändig das Grabmal des Achilles bekränzte, sowie Hephaistion das Grabmal des Patroklus bekränzt haben soll. Auch pries Alexander der Sage nach den Achilles glücklich, weil er an Homer einen Herold seines Andenkens bei der Nachwelt erhalten habe. Und fürwahr hatte Alexander volle Ursache, den Achilles deshalb glücklich zu preisen, weil ihm selbst, im Widerspruch zu seinem übrigen Glück, eben in diesem Punkte alles abging und seine Taten in keiner entsprechenden Darstellung der Welt überliefert worden sond. Wurde er ja weder in freier, noch in gebundener Rede, ja nicht einmal in einem Liede gefeiert, wie ein Hieron, ein Gelon, ein Theron und so viele andere, welche Alexander auf seine Weise gleichgekommen, weshalb seine Taten viel weniger bekannt sind als die geringfügigsten Geschichten der Vorzeit.

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Projekttitel: eManual Alte Geschichte
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Autor_in: Tobias Nowitzki
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Arrian 1,11,6-12,4

Leitfragen:

1) Welche (religiöse) Symbolik nutzt Alexander hier?

2) Wieso nutzt er gerade diese Symbolik und diese Praktiken?

3) Welche Rückschlüsse lassen diese Handlungen auf seine Herrschafts- und Kriegslegitimation zu?

Kommentar:

Arrian, ein griechischer Historiker des 2. Jahrhunderts nach Christus, hat uns in seiner Anabasis eine der wesentlichen Quellen zur Geschichte Alexanders des Großen überliefert. Die Ereignisse, die er beschreibt, liegen zu seiner Zeit bereits fast 500 Jahre zurück und oft wirft ihm die Forschung vor, seine Quellen nicht verstanden zu haben, dennoch ist er eine der wenigen vollständigen Quellen für die Geschichte Alexanders.

In diesem Abschnitt beschreibt er die Überfahrt Alexanders nach Kleinasien und damit den Beginn des Alexanderzuges. Insbesondere legt er den Fokus auf die religiösen Handlungen Alexanders. Zuerst opfert er den Meeresgöttern, was bei Überfahrten durchaus üblich war, und errichtet den ihm wichtigsten Göttern Altäre: Athene, Zeus und Herakles. Daraufhin geht er in die Ruinen Trojas, opfert dort ein weiteres Mal Athene und bekränzt das Grab des Achill. Er lässt seine Waffen und seine Rüstung im Tempel weihen und preist dann Achill und Homer.

Diese religiösen Handlungen mögen auf den ersten Blick beliebig erscheinen, sie sind allerdings alles andere als das. Mit den Altären für Zeus, den Landesbeschirmer, den Schutzherren ganz Griechenlands, macht er symbolisch deutlich, dass er im Auftrag aller Griechen hier ist – die oft verwendete Rechtfertigung für den Alexanderzug gegen Persien war, dass die Perser im Krieg die Akropolis und die dortigen Tempel zerstört hätten und dass es nun Rache zu üben gelte. In genau diese Richtung weist auch das Opfer für Athene, die Schutzgöttin der Akropolis von Athen. Herakles bekommt einen Altar, weil Alexander sich auf väterlicher Seite mit ihm verwandt sieht, er war der mythologische Ahnherr Philipps. Diese Art von dynastischer Legitimierung durch mythologische Gestalten war häufig in der Antike. Auf der Seite seiner Mutter, die ja Epirotin war, leitet Alexander seine Herkunft von Achilles ab. Daher verwundert es auch nicht, dass er das Grab Achills bekränzt und ihn preist.

Aber er hat noch einen anderen Grund für diese letzte Handlung, der deutlich wird, wenn man sich ansieht, was Hephaistion tut. Dieser war Alexanders engster Vertrauter, nach manchen Quellen auch sein Liebhaber, und stand damit in einem sehr ähnlichen Verhältnis zu Alexander wie Patroklos zu Achilles. Dadurch, dass Hephaistion das Grab des Patroklos bekränzt, wird deutlich, dass Alexander sich durchaus als wiedergeborener Achilles inszenierte und möglicherweise selbst so sah. Später wird berichtet, dass er mit der Ilias unter dem Kopfkissen schlief, und wir wissen aus anderen Quellen, dass er sich häufig ähnlich wie sein Vorbild in Szene setzte oder sich mit diversen anderen mythischen und historischen Heroen verglich.

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Podcast-Hinweise
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Vergleiche zum Charakter Alexanders auch die Berichte zur Pagenverschwörung (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-pagenverschwoerung/), zur Ermordung von Parmenions Familie (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-die-ermordung-parmenions-familie/) und zur Meuterei am Hydaspes (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-meuterei-am-hydaspes/) zu Alexanders Umgang mit Religion und zu seiner Herrschaftslegitiomation siehe auch den Bericht zu seinem Besuch in der Oase Siwah (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-alexander-in-der-oase-siwah/) und den zur Gründung Alexandrias (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-die-gruendung-von-alexandria/). Zum weiteren Verlauf des Feldzuges siehe den Bericht zur Schlacht von Gaugamela (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originaltext-uebersetzung-und-kommentar-die-schlacht-von-gaugamela/).

Tod des Hephaistion

Projekttitel: eManual Alte Geschichte
Modul [optional]:
Autor_in: Plutarch
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Plut. Alex. 72 – Original:

ὡς δὲ ἧκεν εἰς Ἐκβάτανα τῆς Μηδίας καὶ διῴκησε τὰ κατεπείγοντα, πάλιν ἦν ἐν θεάτροις καὶ πανηγύρεσιν, ἅτε δὴ τρισχιλίων αὐτῷ τεχνιτῶν ἀπὸ τῆς Ἑλλάδος ἀφιγμένων. ἔτυχε δὲ περὶ τὰς ἡμέρας ἐκείνας Ἡφαιστίων πυρέσσων: οἷα δὲ νέος καὶ στρατιωτικὸς οὐ φέρων ἀκριβῆ δίαιταν, ἅμα τῷ τὸν ἰατρὸν Γλαῦκον ἀπελθεῖν εἰς τὸ θέατρον περὶ ἄριστον γενόμενος καὶ καταφαγὼν ἀλεκτρυόνα ἑφθὸν καὶ ψυκτῆρα μέγαν ἐκπιὼν οἴνου κακῶς ἔσχε καὶ μικρὸν διαλιπὼν ἀπέθανε, [2] τοῦτο οὐδενὶ λογισμῷ τὸ πάθος Ἀλέξανδρος ἤνεγκεν, ἀλλ᾽ εὐθὺς μὲν ἵππους τε κεῖραι πάντας ἐπὶ πένθει καὶ ἡμιόνους ἐκέλευσε καὶ τῶν πέριξ πόλεων ἀφεῖλε τὰς ἐπάλξεις, τὸν δὲ ἄθλιον ἰατρὸν ἀνεσταύρωσεν, αὐλοὺς δὲ κατέπαυσε καὶ μουσικὴν πᾶσαν ἐν τῷ στρατοπέδῳ πολὺν χρόνον, ἕως ἐξ Ἄμμωνος ἦλθε μαντεία τιμᾶν Ἡφαιστίωνα καὶ θύειν ὡς ἥρωϊ παρακελεύουσα. [3] τοῦ δὲ πένθους παρηγορίᾳ τῷ πολέμῳ χρώμενος, ὥσπερ ἐπὶ θήραν καὶ κυνηγέσιον ἀνθρώπων ἐξῆλθε καὶ τὸ Κοσσαίων ἔθνος κατεστρέφετο, πάντας ἡβηδὸν ἀποσφάττων: τοῦτο δὲ : Ἡφαιστίωνος ἐναγισμὸς ἐκαλεῖτο. τύμβον δὲ καὶ ταφὴν αὐτοῦ καὶ τὸν περὶ ταῦτα κόσμον ἀπὸ μυρίων ταλάντων ἐπιτελέσαι διανοούμενος, ὑπερβαλέσθαι δὲ τῷ φιλοτέχνῳ καὶ περιττῷ τῆς κατασκευῆς τὴν δαπάνην, ἐπόθησε μάλιστα τῶν τεχνιτῶν Στασικράτην, μεγαλουργίαν τινὰ καὶ τόλμαν καὶ κόμπον ἐν ταῖς καινοτομίαις ἐπαγ [4] γελλόμενον. οὗτος γὰρ αὐτῷ πρότερον ἐντυχὼν ἔφη τῶν ὀρῶν μάλιστα τὸν Θρᾴκιον Ἄθων διατύπωσιν ἀνδρείκελον δέχεσθαι καὶ διαμόρφωσιν ἂν οὖν κελεύῃ, μονιμώτατον ἀγαλμάτων αὐτῷ καὶ περιφανέστατον ἐξεργάσεσθαι τὸν Ἄθων, τῇ μὲν ἀριστερᾷ χειρὶ περιλαμβάνοντα μυρίανδρον πόλιν οἰκουμένην, τῇ δὲ δεξιᾷ σπένδοντα ποταμοῦ ῥεῦμα δαψιλὲς εἰς τὴν θάλασσαν ἀπορρέοντος, ταῦτα μὲν οὖν παρῃτήσατο, πολλῷ δὲ ἀτοπώτερα καὶ δαπανηρότερα τούτων σοφιζόμενος τότε καὶ συμμηχανώμενος τοῖς τεχνίταις διέτριβεν.

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Projekttitel: eManual Alte Geschichte
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Übersetzung: Bernadotte Perrin
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Übersetzung

When he came to Ecbatana in Media and had transacted the business that was urgent, he was once more much occupied with theatres and festivals, since three thousand artists had come to him from Greece. But during this time it chanced that Hephaestion had a fever; and since, young man and soldier that he was, he could not submit to a strict regimen, as soon as Glaucus, his physician, had gone off to the theatre, he sat down to breakfast, ate a boiled fowl, drank a huge cooler of wine, fell sick, and in a little while died. [2] Alexander’s grief at this loss knew no bounds. He immediately ordered that the manes and tails of all horses and mules should be shorn in token of mourning and took away the battlements of the cities round about; he also crucified the wretched physician, and put a stop to the sound of flutes and every kind of music in the camp for a long time, until an oracular response from Ammon came bidding him honour Hephaestion as a hero and sacrifice to him. [3] Moreover, making war a solace for his grief; he went forth to hunt and track down men, as it were, and overwhelmed the nation of the Cossaeans, slaughtering them all from the youth upwards. This was called an offering to the shade of Hephaestion. Upon a tomb and obsequies for his friend, and upon their embellishments, he purposed to expend ten thousand talents, and wished that the ingenuity and novelty of the construction should surpass the expense. He therefore longed for Stasicrates above all other artists, because in his innovations there was always promise of great magnificence, boldness, and ostentation. [4] This man, indeed, had said to him at a former interview that of all mountains the Thracian Athos could most readily be given the form and shape of a man; if; therefore, Alexander should so order, he would make out of Mount Athos a most enduring and most conspicuous statue of the king, which in its left hand should hold a city of ten thousand inhabitants, and with its right should pour forth a river running with generous current into the sea. This project, it is true, Alexander had declined; but now he was busy devising and contriving with his artists projects far more strange and expensive than this.

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Projekttitel: eManual Alte Geschichte
Modul [optional]:
Autor_in: Tobias Nowitzki
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Plut. Alex. 72

Leitfragen:

1) Wie ist der Gang der Ereignisse um Hephaistions Tod?

2) Was erfahren wir aus der Quelle über Alexanders Charakter?

3) Welche Rückschlüsse lassen sich aus der Art seines Todes über Hephaistion und die anderen Offiziere Alexanders ziehen?

Kommentar:

Plutarch, ein griechischer Schriftsteller des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts, hat uns in seinen Parallelviten berühmter Römer und Griechen auch eine von Alexander überliefert. Diese stellt neben der Anabasis Arrians den Kern unseres literarischen Quellenbestandes zu Alexander dar.

In diesem Abschnitt geht es um den Tod Hephaistions, des engsten Vertrauten Alexanders. Dieser war krank geworden, hatte sich nicht an die eindeutigen Anweisungen seines Arztes gehalten und war nach Weinkonsum schließlich gestorben. Alexanders Reaktion ist hoch emotional und sehr drastisch: Alle Tiere im Heer werden geschoren, der unschuldige Arzt gekreuzigt, jede Fröhlichkeit verboten und die Befestigungen der Stadtmauer abgebaut. Aus Wut fängt Alexander daraufhin einen Krieg an und vernichtet einen ganzen Volksstamm als Opfer für Hephaistion, den er zum Heros erklären lässt.

Dies lässt tief in Alexanders Charakter blicken. Die emotionale Trauerreaktion auf den Tod eines seiner engsten Freunde ist durchaus verständlich, aber alles wird ins Unermessliche gesteigert, Alexander kennt keine Grenzen. Wo andere sich selbst geschoren, Trauer getragen und vielleicht einige Gegenstände zerschlagen hätten, lässt er tausende Tiere scheren, die Feste bei zehntausenden Untertanen verbieten, den völlig unschuldigen Arzt zu Tode foltern und massakriert einen ganzen Stamm, nur um seine Wut herauszulassen. Seine grausame Ader tritt ebenso deutlich zu Tage wie seine Maßlosigkeit. Außerdem bestimmt er den Kult, den seine Untertanen zu betreiben haben: Kurzerhand erklärt er Hephaistion zum Heros und richtet ihm einen Kult ein, nachdem das Orakel in der Oase Siwah ihm dies geraten hat. Sicherlich wussten die Priester im Orakel aber genau, was Alexander hören wollte und handelten danach, denn seinem offensichtlichen Jähzorn wollten sie bestimmt nicht zum Opfer fallen.

Auch über Hephaistion lernen wir einiges, denn er handelt direkt gegen die Anweisungen seines Arztes. Der Grund hierfür liegt in der stark ausgeprägten Machokultur der makedonischen Oberschicht, die mit besonders „männlichen“ Taten Respekt verdienen will. In diesem Fall damit, die Anweisungen des Arztes zur Mäßigung in den Wind zu schlagen und so zu schlemmen, wie man es sonst auch tut – Schwäche zu zeigen ist nicht vorgesehen. Mäßigung insbesondere beim Alkoholkonsum zu zeigen, ist ebenfalls nicht angesagt: Andere Makedonen trinken sich bei Wettspielen absichtlich zu Tode, Alexander selbst hat wahrscheinlich später durch starken Alkoholkonsum zu seinem frühen Tod beigetragen. Auch an den Diadochen lässt sich dieser übersteigerte Männlichkeitsdrang deutlich sehen.

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Podcast-Hinweise
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Zum Charakter Alexanders siehe auch den Bericht zum Besuch in der Oase von Siwah (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-alexander-in-der-oase-siwah/), zur Meuterei am Hydaspes (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-meuterei-am-hydaspes/).

Zu seiner Grausamkeit siehe auch den Bericht zur Pagenverfolgung (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-pagenverschwoerung/) und zur Ermordung von Parmenions Familie (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-die-ermordung-parmenions-familie/)

 

Massenhochzeit in Susa

Projekttitel: eManual Alte Geschichte
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Autor_in: Arrian
Lizenz: CC-BY-NC-SA

Arrian 7,4,4-8 Original

[4] ὁ δὲ καὶ γάμους ἐποίησεν ἐν Σούσοις αὑτοῦ τε καὶ τῶν ἑταίρων: αὐτὸς μὲν τῶν Δαρείου θυγατέρων τὴν πρεσβυτάτην Βαρσίνην ἠγάγετο, ὡς δὲ λέγει Ἀριστόβουλος, καὶ ἄλλην πρὸς ταύτῃ, τῶν Ὤχου θυγατέρων τὴν νεωτάτην Παρύσατιν. ἤδη δὲ ἦν αὐτῷ ἠγμένη καὶ ἡ Ὀξυάρτου τοῦ Βακτρίου παῖς Ῥωξάνη. [5] Δρύπετιν δὲ Ἡφαιστίωνι δίδωσι, Δαρείου παῖδα καὶ ταύτην, ἀδελφὴν τῆς αὑτοῦ γυναικός: ἐθέλειν γάρ οἱ ἀνεψιοὺς τῶν παίδων γενέσθαι τοὺς Ἡφαιστίωνος παῖδας: Κρατερῷ δὲ Ἀμαστρίνην τὴν Ὀξυάτρου τοῦ Δαρείου ἀδελφοῦ παῖδα: Περδίκκᾳ δὲ τὴν Ἀτροπάτου τοῦ Μηδίας σατράπου παῖδα ἔδωκεν: [6] Πτολεμαίῳ δὲ τῷ σωματοφύλακι καὶ Εὐμενεῖ τῷ γραμματεῖ τῷ βασιλικῷ τὰς Ἀρταβάζου παῖδας τῷ μὲν Ἀρτακάμαν, τῷ δὲ Ἄρτωνιν: Νεάρχῳ δὲ τὴν Βαρσίνης τε καὶ Μέντορος παῖδα: Σελεύκῳ δὲ τὴν Σπιταμένους τοῦ Βακτρίου παῖδα: ὡσαύτως δὲ καὶ τοῖς ἄλλοις ἑταίροις τὰς δοκιμωτάτας Περσῶν τε καὶ Μήδων παῖδας ἐς ὀγδοήκοντα. οἱ γάμοι δὲ ἐποιήθησαν νόμῳ τῷ Περσικῷ: [7] θρόνοι ἐτέθησαν τοῖς νυμφίοις ἐφεξῆς καὶ μετὰ τὸν πότον ἧκον αἱ γαμούμεναι καὶ παρεκαθέζοντο ἑκάστη τῷ ἑαυτῆς: οἱ δὲ ἐδεξιώσαντό τε αὐτὰς καὶ ἐφίλησαν: πρῶτος δὲ ὁ βασιλεὺς ἦρξεν: ἐν τῷ αὐτῷ γὰρ πάντων ἐγίγνοντο οἱ γάμοι. καὶ τοῦτο, εἴπερ τι ἄλλο, ἔδοξε δημοτικόν τε καὶ φιλέταιρον πρᾶξαι Ἀλέξανδρον. [8] οἱ δὲ παραλαβόντες ἀπῆγον τὴν αὐτοῦ ἕκαστος: προῖκας δὲ ξυμπάσαις ἐπέδωκεν Ἀλέξανδρος. καὶ ὅσοι δὲ ἄλλοι ἠγμένοι ἦσαν Μακεδόνες τῶν Ἀσιανῶν τινας γυναικῶν, ἀπογραφῆναι ἐκέλευσε καὶ τούτων τὰ ὀνόματα, καὶ ἐγένοντο ὑπὲρ τοὺς μυρίους, καὶ τούτοις δωρεαὶ Ἀλεξάνδρου ἐδόθησαν ἐπὶ τοῖς γάμοις.
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Projekttitel: eManual Alte Geschichte
Modul [optional]:
Übersetzung: Carl Cless
Lizenz: CC-BY-NC-SA

Übersetzung

[4] Auch Hochzeitsfeste veranstaltete er in Susa für sich sowohl als für seine Vertrauten. Er selbst vermählte sich mit Darius ältester Tochter Barsine und, wie Aristobul berichtet, außer dieser noch mit Parysatis, der jüngsten Tochter des Ochus: früher schon hatte er auch Roxane, die Tochter des Bactriers Oxyartes heimgeführt. Dem Hephaistion gab er die Drypetis, ebenfalls eine Tochter des Darius zugleich Schwester seiner Gemahlin: es war nämlich sein Wunsch, daß die Kinder Hephaistions Vettern von seinen Kindern würden; dem Kraterus gab er Amastrine, eine Tochter von Oxyartes, dem Bruder des Darius, dem Perdiccas die Tochter des Atropates, Statthalters von Medien; dem Leibwächter Ptolemaios und dem königlichen Schreiber Eumenes die beiden Töchter des Atarbazus, Artacame und Artonis; dem Nearchus die Tochter der Barsine und des Mentor; dem Seleucus die Tochter des Bactriers Spitamenes, und so in gleicher Weise auch seinen übrigen Vertrauten die vornehmen Töchter von Persern und Medern, gegen achtzig an der Zahl. Die Hochzeiten selbst wurden nach persischer Sitte gefeiert. Es waren Sessel der Reihe nach aufgestellt für die Bräutigame und nach dem Trinkgelage erschienen die Bräute und setzten sich, eine jeden neben ihren Verlobten; diese umarmten und küßten sie. Der König machte damit den Anfang; die Hochzeiten wurden nämlich an demselben Ort gefeiert, und dies wurde, wie nur irgend etwas Anderes, als ein Zeichen von Herablassung und Wohlwollen Alexanders gegen seine Vertrauten angesehen. Hierauf nahm jeder die Seinige und führte sie heim. Die Mitgift für alle insgesamt gab Alexander noch dazu. Auch von allen übrigen Macedoniern, welche asiatische Weiber genommen hatten, ließ er die Namen aufzeichnen und es waren ihrer über zehntausend. Ihnen wurden gleichfalls Hochzeitsgeschenke von Alexander gegeben.
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Projekttitel: eManual Alte Geschichte
Modul [optional]:
Autor_in: Tobias Nowitzki
Lizenz: CC-BY-NC-SA

Arrian 7,4,4-8

Leitfragen:

1) Welche Anordnungen trifft Alexander in Susa?

2) Wieso ordnet Alexander diese Vermählungen an?

3) Welche Rückschlüsse kann man aus der vorliegenden Quelle in Bezug auf Alexanders Herrschaftspraxis ziehen?

Kommentar:

Arrian, ein griechischer Historiker des 2. Jahrhunderts nach Christus, hat uns in seiner Anabasis eine der wesentlichen Quellen zur Geschichte Alexanders des Großen überliefert. Die Ereignisse, die er beschreibt, liegen zu seiner Zeit bereits fast 500 Jahre zurück, und oft wirft ihm die Forschung vor, seine Quellen nicht verstanden zu haben; dennoch ist er eine der wenigen vollständigen Quellen für die Geschichte Alexanders.

In diesem Abschnitt behandelt Arrian die sogenannten „Massenhochzeit von Susa“ im Jahre 324 v. Chr. Alexander war von seinem Indienfeldzug zurückgekehrt und im Rahmen seiner Siegesfeier verheiratete er eine ganze Reihe adliger persisch-iranischer Frauen mit hochrangigen Makedonen. Dabei stellt er auch eine eindeutige Rangfolge unter den Makedonen auf. Er selbst nimmt sich die älteste Tochter des verstorbenen Großkönigs Dareios, seinem Vertrauten Hephaistion gibt er die jüngere, womit dieser deutlich als der zweite Mann markiert wird. Auch Krateros, der eine Nichte Dareios‘ heiratet, wird herausgestellt. Viele weitere Offiziere werden ebenfalls verheiratet. Außerdem legitimiert Alexander eine große Zahl von eheähnlichen Gemeinschaften, die seine Soldaten im Laufe des Feldzuges geschlossen hatten. Die Soldaten werden in der Regel davon profitiert haben, denn sie bekamen eine großzügige Mitgift zusammen mit der Legitimierung ihrer wahrscheinlich schon zahlreich vorhandenen Kinder aus diesen Ehen. Alexanders Offiziere waren wohl weniger begeistert von der Hochzeit und das aus zwei Gründen: Als Eroberer sahen sie sich eigentlich in der Position, diese Frauen zu ihren Konkubinen zu machen, Alexander dagegen zwang sie in rechtmäßige Ehen, die auch in Makedonien Verpflichtungen mit sich brachten, die beim Konkubinat nicht existierten. Außerdem wurden die Heiraten nicht nach makedonischer, sondern nach persischer Sitte durchgeführt, für viele der älteren Makedonen sicher ein gewaltiger Affront. Sie hatten das Land erobert, warum sollten sie dessen Sitten annehmen?

Hier wird ein großer Unterschied zwischen Alexander und seinen Offizieren deutlich. Bei der Eroberung des Perserreiches zogen sie an einem Strang, nun gehen ihre Absichten auseinander. Die Makedonen wollen entweder in die Heimat zurück und ihre Beute genießen, oder eine makedonische Herrschaft in Asien einrichten. Alexander hingegen will sein neu erobertes Großreich festigen und erkennt, dass er dazu Kompromisse schließen muss. Nur mit einer Verschmelzung der verschiedenen Völkerschaften, zumindest der Oberschichten, so wohl Alexanders Idee, wäre ein dauerhaftes Reich möglich. Hier dachte er langfristiger und in größeren Dimensionen als seine Offiziere. Seine Nachfolger verfolgten diese Vermischungspläne aber nicht weiter. Alexanders absolutistischen Machtanspruch sieht man an dieser Quelle ebenfalls deutlich, denn weder die Offiziere noch die Frauen werden wohl nach ihrem Einverständnis zu dieser Heirat gefragt worden sein.

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Siehe zu den unterschiedlichen Ambitionen Alexanders und seiner Offiziere auch den Bericht zur Meuterei am Hydaspes (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-meuterei-am-hydaspes/)

Zur Herrschaftspraxis Alexanders siehe auch den Bericht zur Ermordung von Parmenions Familie (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-die-ermordung-parmenions-familie/)

Meuterei am Hydaspes

Projekttitel: eManual Alte Geschichte
Modul [optional]:
Autor_in: Arrian
Lizenz: CC-BY-NC-SA

Arrian, 5, 25-28-Original

τὰ δὲ δὴ πέραν τοῦ Ὑφάσιος εὐδαίμονά τε τὴν χώραν εἶναι ἐξηγγέλλετο καὶ ἀνθρώπους ἀγαθοὺς μὲν γῆς ἐργάτας, γενναίους δὲ τὰ πολέμια καὶ ἐς τὰ ἴδια δὲ σφῶν ἐν κόσμῳ πολιτεύοντας ῾πρὸς γὰρ τῶν ἀρίστων ἄρχεσθαι τοὺς πολλούς, τοὺς δὲ οὐδὲν ἔξω τοῦ ἐπιεικοῦς ἐξηγεῖσθαἰ, πλῆθός τε ἐλεφάντων εἶναι τοῖς ταύτῃ ἀνθρώποις πολύ τι ὑπὲρ τοὺς ἄλλους Ἰνδοὺς, καὶ μεγέθει μεγίστους καὶ ἀνδρείᾳ. [2] ταῦτα δὲ ἐξαγγελλόμενα Ἀλέξανδρον μὲν παρώξυνεν ἐς ἐπιθυμίαν τοῦ πρόσω ἰέναι: οἱ Μακεδόνες δὲ ἐξέκαμνον ἤδη ταῖς γνώμαις, πόνους τε ἐκ πόνων καὶ κινδύνους ἐκ [p. 236] κινδύνων ἐπαναιρούμενον ὁρῶντες τὸν βασιλέα: ξύλλογοί τε ἐγίγνοντο κατὰ τὸ στρατόπεδον τῶν μὲν τὰ σφέτερα ὀδυρομένων, ὅσοι ἐπιεικέστατοι, τῶν δὲ οὐκ ἀκολουθήσειν, οὐδ᾽ ἢν ἄγῃ Ἀλέξανδρος, ἀπισχυριζομένων. ταῦτα ὡς ἐπύθετο Ἀλέξανδρος, πρὶν καὶ ἐπὶ μεῖζον προελθεῖν τὴν ταραχὴν τοῖς στρατιώταις καὶ τὴν ἀθυμίαν, ξυγκαλέσας τοὺς ἡγεμόνας τῶν τάξεων ἔλεξεν ὧδε. [3] ὁρῶν ὑμᾶς, ὦ ἄνδρες Μακεδόνες τε καὶ ξύμμαχοι, οὐχ ὁμοίᾳ ἔτι τῇ γνώμῃ ἑπομένους μοι ἐς τοὺς κινδύνους, ξυνήγαγον ἐς ταὐτό, ὡς ἢ πείσας ἄγειν τοῦ πρόσω ἢ πεισθεὶς ὀπίσω ἀποστρέφεσθαι. εἰ μὲν δὴ μεμπτοί εἰσιν ὑμῖν οἱ μέχρι δεῦρο πονηθέντες πόνοι καὶ αὐτὸς ἐγὼ ἡγούμενος, οὐδὲν ἔτι προὔργου λέγειν μοί ἐστιν. […] ἢ δέδιτε μὴ δέξωνται ὑμᾶς ἔτι ἄλλοι βάρβαροι ἐπιόντας; [6] ὧν γε οἱ μὲν προσχωροῦσιν ἑκόντες, οἱ δὲ φεύγοντες ἁλίσκονται, οἱ δὲ ἀποφυγόντες τὴν χώραν ἡμῖν ἔρημον παραδιδόασιν, ἣ δὴ τοῖς ξυμμάχοις τε καὶ τοῖς ἑκοῦσι προσχωρήσασι προστίθεται.
[26] πέρας δὲ τῶν πόνων γενναίῳ μὲν ἀνδρὶ οὐδὲν δοκῶ ἔγωγε ὅτι μὴ αὐτοὺς τοὺς πόνους, ὅσοι αὐτῶν ἐς καλὰ ἔργα φέρουσιν. εἰ δέ τις καὶ αὐτῷ τῷ πολεμεῖν ποθεῖ ἀκοῦσαι ὅ τι περ ἔσται πέρας, μαθέτω ὅτι οὐ πολλὴ ἔτι ἡμῖν ἡ λοιπή ἐστιν ἔστε ἐπὶ ποταμόν τε Γάγγην καὶ τὴν ἑῴαν θάλασσαν: ταύτῃ δὲ, λέγω ὑμῖν, ξυναφὴς φανεῖται ἡ Ὑρκανία θάλασσα: ἐκπεριέρχεται γὰρ γῆν πέρι πᾶσαν ἡ μεγάλη θάλασσα. [2] καὶ ἐγὼ ἐπιδείξω Μακεδόσι τε καὶ τοῖς ξυμμάχοις τὸν μὲν Ἰνδικὸν κόλπον ξύρρουν ὄντα τῷ Περσικῷ, τὴν δὲ Ὑρκανίαν θάλασσαν τῷ Ἰνδικῷ: ἀπὸ δὲ τοῦ Περσικοῦ εἰς Λιβύην περιπλευσθήσεται στόλῳ ἡμετέρῳ τὰ μέχρι Ἡρακλέους Στηλῶν: ἀπὸ δὲ Στηλῶν ἡ ἐντὸς Λιβύη πᾶσα ἡμετέρα γίγνεται καὶ ἡ Ἀσία δὴ οὕτω πᾶσα, καὶ ὅροι τῆς ταύτῃ ἀρχῆς οὕσπερ καὶ τῆς γῆς ὅρους ὁ θεὸς ἐποίησε. [3] νῦν δὲ δὴ ἀποτρεπομένων πολλὰ μὲν μάχιμα ὑπολείπεται γένη ἐπέκεινα τοῦ Ὑφάσιος ἔστε ἐπὶ τὴν ἑᾴαν θάλασσαν, πολλὰ δὲ ἀπὸ τούτων ἔτι ἐπὶ τὴν Ὑρκανίαν ὡς ἐπὶ βορρᾶν ἄνεμον, καὶ τὰ Σκυθικὰ γένη οὐ πόρρω τούτων, ὥστε δέος μὴ ἀπελθόντων ὀπίσω καὶ τὰ νῦν κατεχόμενα οὐ βέβαια ὄντα ἐπαρθῇ πρὸς ἀπόστασιν πρὸς τῶν μήπω ἐχομένων. [4] καὶ τότε δὴ ἀνόνητοι ἡμῖν ἔσονται οἱ πολλοὶ πόνοι ἢ ἄλλων αὖθις ἐξ ἀρχῆς δεήσει πόνων τε καὶ κινδύνων. ἀλλὰ παραμείνατε, ἄνδρες Μακεδόνες καὶ ξύμμαχοι. πονούντων τοι καὶ κινδυνευόντων τὰ καλὰ ἔργα, καὶ ζῆν τε ξὺν ἀρετῇ ἡδὺ καὶ ἀποθνήσκειν κλέος ἀθάνατον ὑπολειπομένους. [5] ἢ οὐκ ἴστε ὅτι ὁ πρόγονος ὁ ἡμέτερος οὐκ ἐν Τίρυνθι οὐδὲ Ἄργει, ἀλλ᾽ οὐδὲ ἐν Πελοποννήσῳ ἢ Θήβαις μένων ἐς τοσόνδε κλέος ἦλθεν ὡς θεὸς ἐξ ἀνθρώπου γενέσθαι ἢ δοκεῖν; οὐ μὲν δὴ οὐδὲ Διονύσου, ἁβροτέρου τούτου θεοῦ ἢ καθ᾽ Ἡρακλέα, ὀλίγοι πόνοι. ἀλλὰ ἡμεῖς γε καὶ ἐπέκεινα τῆς Νύσης ἀφίγμεθα καὶ ἡ Ἄορνος πέτρα ἡ τῷ Ἡρακλεῖ ἀνάλωτος πρὸς ἡμῶν ἔχεται. [6] ὑμεῖς δὲ καὶ τὰ ἔτι ὑπόλοιπα τῆς Ἀσίας πρόσθετε τοῖς ἤδη ἐκτημένοις καὶ τὰ ὀλίγα τοῖς πολλοῖς. ἐπεὶ καὶ ἡμῖν αὐτοῖς τί ἄν μέγα καὶ καλὸν κατεπέπρακτο, εἰ ἐν Μακεδονίᾳ καθήμενοι ἱκανὸν ἐποιούμεθα ἀπόνως τὴν οἰκείαν διασώζειν, Θρᾷκας τοὺς ὁμόρους ἢ Ἰλλυριοὺς ἢ Τριβαλλοὺς ἢ καὶ τῶν Ἑλλήνων, ὅσοι οὐκ ἐπιτήδειοι ἐς τὰ ἡμέτερα, ἀναστέλλοντες; [7] εἰ μὲν δὴ ὑμᾶς πονοῦντας καὶ κινδυνεύοντας αὐτὸς ἀπόνως καὶ ἀκινδύνως ἐξηγούμενος ἦγον, οὐκ ἀπεικότως ἂν προεκάμνετε ταῖς γνώμαις, τῶν μὲν πόνων μόνοις ὑμῖν μετόν, τὰ δὲ ἆθλα αὐτῶν ἄλλοις περιποιοῦντες: νῦν δὲ κοινοὶ μὲν ἡμῖν οἱ πόνοι, ἴσον δὲ μέτεστι τῶν κινδύνων, τὰ δὲ ἆθλα ἐν μέσῳ κεῖται ξύμπασιν. [8] ἥ τε χώρα ὑμετέρα καὶ ὑμεῖς αὐτῆς σατραπεύετε. καὶ τῶν χρημάτων τὸ μέρος νῦν τε ἐς ὑμᾶς τὸ πολὺ ἔρχεται καὶ ἐπειδὰν ἐπεξέλθωμεν τὴν Ἀσίαν, τότε οὐκ ἐμπλήσας μὰ Δἰ ὑμᾶς, ἀλλὰ καὶ ὑπερβαλὼν ὅσα ἕκαστος ἐλπίζει ἀγαθὰ ἔσεσθαι τοὺς μὲν ἀπιέναι οἴκαδε ἐθέλοντας εἰς τὴν οἰκείαν ἀποπέμψω ἢ ἐπανάξω αὐτός, τοὺς δὲ αὐτοῦ μένοντας ζηλωτοὺς τοῖς ἀπερχομένοις ποιήσω.
[27] ταῦτα καὶ τοιαῦτα εἰπόντος Ἀλεξάνδρου πολὺν μὲν χρόνον σιωπὴ ἦν οὔτε ἀντιλέγειν τολμώντων πρὸς τὸν βασιλέα ἐκ τοῦ εὐθέος οὔτε ξυγχωρεῖν ἐθελόντων. ἐν δὲ τούτῳ πολλάκις μὲν Ἀλέξανδρος ἐκέλευε λέγειν τὸν βουλόμενον, εἰ δή τις τὰ ἐναντία τοῖς ὑπ᾽ αὐτοῦ λεχθεῖσι γιγνώσκει: ἔμενε δὲ καὶ ὣς ἐπὶ πολὺ ἡ σιωπή: ὀψὲ δέ ποτε θαρσήσας Κοῖνος ὁ Πολεμοκράτους ἔλεξε τοιάδε. [2] ἐπειδὴ αὐτός, ὦ βασιλεῦ, οὐ κατὰ πρόσταγμα ἐθέλεις Μακεδόνων ἐξηγεῖσθαι, ἀλλὰ πείσας μὲν ἄξειν φῄς, πεισθεὶς δὲ οὐ βιάσεσθαι, οὐχ ὑπὲρ ἡμῶν τῶνδε ποιήσομαι ἐγὼ τοὺς λόγους, οἳ καὶ προτιμώμενοι τῶν ἄλλων καὶ τὰ ἆθλα τῶν πόνων οἱ πολλοὶ ἤδη κεκομισμένοι καὶ τῷ κρατιστεύειν παρὰ τοὺς ἄλλους πρόθυμοί σοι ἐς πάντα ἐσμέν, ἀλλ᾽ ὑπὲρ τῆς στρατιᾶς τῆς πολλῆς. [3] οὐδὲ ὑπὲρ ταύτης τὰ καθ᾽ ἡδονὴν ἐκείνοις ἐρῶ, ἀλλὰ ἃ νομίζω σύμφορά τέ σοι ἐς τὰ παρόντα καὶ ἐς τὰ μέλλοντα μάλιστα ἀσφαλῆ εἶναι. δίκαιος δέ εἰμι καθ᾽ ἡλικίαν τε μὴ ἀποκρύπτεσθαι τὰ δοκοῦντα βέλτιστα καὶ κατὰ τὴν ἐκ σοῦ μοι οὖσαν καὶ ἐς τοὺς ἄλλους ἀξίωσιν καὶ κατὰ τὴν ἐν τοῖς πόνοις τε καὶ κινδύνοις ἐς τόδε ἀπροφάσιστον τόλμαν. [4] ὅσῳ γάρ τοι πλεῖστα καὶ μέγιστα σοί τε ἡγουμένῳ καταπέπρακται καὶ τοῖς ἅμα σοὶ οἴκοθεν ὁρμηθεῖσι, τοσῷδε μᾶλλόν τι ξύμφορόν μοι δοκεῖ πέρας τι ἐπιθεῖναι τοῖς πόνοις καὶ κινδύνοις. αὐτὸς γάρ τοι ὁρᾷς, ὅσοι μὲν Μακεδόνων τε καὶ Ἑλλήνων ἅμα σοὶ ὡρμήθημεν, ὅσοι δὲ ὑπολελείμμεθα: [5] ὧν Θετταλοὺς μὲν ἀπὸ Βάκτρων εὐθὺς οὐ προθύμους ἔτι ἐς τοὺς πόνους αἰσθόμενος οἴκαδε, καλῶς ποιῶν, ἀπέπεμψας: τῶν δὲ ἄλλων Ἑλλήνων οἱ μὲν ἐν ταῖς πόλεσι ταῖς πρὸς σοῦ οἰκισθείσαις κατῳκισμένοι οὐδὲ οὗτοι πάντῃ ἑκόντες μένουσιν: οἱ δὲ ξυμπονοῦντές τε ἔτι καὶ ξυγκινδυνεύοντες, αὐτοί τε καὶ ἡ Μακεδονικὴ στρατιά, τοὺς μὲν ἐν ταῖς μάχαις ἀπολωλέκασιν, οἱ δὲ ἐκ τραυμάτων ἀπόμαχοι γεγενημένοι ἄλλοι ἄλλῃ τῆς Ἀσίας ὑπολελειμμένοι εἰσίν, [6] οἱ πλείους δὲ νόσῳ ἀπολώλασιν, ὀλίγοι δὲ ἐκ πολλῶν ὑπολείπονται, καὶ οὔτε τοῖς σώμασιν ἔτι ὡσαύτως ἐρρωμένοι, ταῖς τε γνώμαις πολὺ ἔτι μᾶλλον προκεκμηκότες. καὶ τούτοις ξύμπασιν πόθος μὲν γονέων ἐστίν, ὅσοις ἔτι σώζονται, πόθος δὲ γυναικῶν καὶ παίδων, πόθος δὲ δὴ τῆς γῆς αὐτῆς τῆς οἰκείας, ἣν ξὺν τῷ ἐκ σοῦ πορισθέντι σφίσιν κόσμῳ μεγάλοι τε ἀντὶ μικρῶν καὶ πλούσιοι ἐκ πενήτων ἀναστρέφοντες ξύγγνωστοί εἰσιν ἐπιδεῖν ποθοῦντες. [7] σὺ δὲ νῦν μὴ ἄγειν ἄκοντας: οὐδὲ γὰρ ὁμοίοις ἔτι χρήσῃ ἐς τοὺς κινδύνους, οἷς τὸ ἑκούσιον ἐν τοῖς ἀγῶσιν ἀπέσται: ἐπανελθὼν δὲ αὐτός [τε], εἰ δοκεῖ, ἐς τὴν οἰκείαν καὶ τὴν μητέρα τὴν σαυτοῦ ἰδὼν καὶ τὰ τῶν Ἑλλήνων καταστησάμενος καὶ τὰς νίκας ταύτας τὰς πολλὰς καὶ μεγάλας ἐς τὸν πατρῷον οἶκον κομίσας οὕτω δὴ ἐξ ἀρχῆς ἄλλον στόλον στέλλεσθαι, εἰ μὲν βούλει, ἐπ᾽ αὐτὰ ταῦτα τὰ πρὸς τὴν ἕω ᾠκισμένα Ἰνδῶν γένη, εἰ δὲ βούλει, ἐς τὸν Εὔξεινον πόντον, εἰ δέ, ἐπὶ Καρχηδόνα καὶ τὰ ἐπέκεινα Καρχηδονίων τῆς Λιβύης. ταῦτα δὲ σὸν ἤδη ἐξηγεῖσθαι. [8] ἕψονται δέ σοι ἄλλοι Μακεδόνες καὶ ἄλλοι Ἕλληνες, νέοι τε ἀντὶ γερόντων καὶ ἀκμῆτες ἀντὶ κεκμηκότων, καὶ οἷς τὰ τοῦ πολέμου διὰ τὸ ἀπείρατον ἔς τε τὸ παραυτίκα οὐ φοβερὰ καὶ κατὰ τὴν τοῦ μέλλοντος ἐλπίδα ἐν σπουδῇ ἔσται: οὓς καὶ ταύτῃ ἔτι προθυμότερον ἀκολουθήσειν σοι εἰκός, ὁρῶντας τοὺς πρότερον ξυμπονήσαντάς τε καὶ ξυγκινδυνεύσαντας ἐς τὰ σφέτερα ἤθη ἐπανεληλυθότας, πλουσίους τε ἀντὶ πενήτων καὶ ἀντὶ ἀφανῶν τῶν πάλαι εὐκλεεῖς. [9] καλὸν δέ, ὦ βασιλεῦ, εἴπερ τι καὶ ἄλλο, καὶ ἡ ἐν τῷ εὐτυχεῖν σωφροσύνη. σοὶ γὰρ αὐτῷ ἡγουμένῳ καὶ στρατιὰν τοιαύτην ἄγοντι ἐκ μὲν πολεμίων δέος οὐδέν, τὰ δὲ ἐκ τοῦ δαιμονίου ἀδόκητά τε καὶ ταύτῃ καὶ ἀφύλακτα τοῖς ἀνθρώποις ἐστί. τοιαῦτα εἰπόντος τοῦ Κοίνου θόρυβον γενέσθαι
[28] ἐκ τῶν παρόντων ἐπὶ τοῖς λόγοις: πολλοῖς δὲ δὴ καὶ δάκρυα προχυθέντα ἔτι μᾶλλον δηλῶσαι τό τε ἀκούσιον τῆς γνώμης ἐς τοὺς πρόσω κινδύνους καὶ τὸ καθ᾽ ἡδονήν σφισιν εἶναι τὴν ἀποχώρησιν. Ἀλέξανδρος δὲ τότε μὲν ἀχθεσθεὶς τοῦ τε Κοίνου τῇ παρρησίᾳ καὶ τῷ ὄκνῳ τῶν ἄλλων ἡγεμόνων διέλυσε τὸν ξύλλογον: [2] ἐς δὲ τὴν ὑστεραίαν ξυγκαλέσας αὖθις ξὺν ὀργῇ τοὺς αὐτοὺς αὐτὸς μὲν ἰέναι ἔφη τοῦ πρόσω, βιάσεσθαι δὲ οὐδένα ἄκοντα Μακεδόνων ξυνέπεσθαι: ἕξειν γὰρ τοὺς ἀκολουθήσοντας τῷ βασιλεῖ σφῶν ἑκόντας: τοῖς δὲ καὶ ἀπιέναι οἴκαδε ἐθέλουσιν ὑπάρχειν ἀπιέναι καὶ ἐξαγγέλλειν τοῖς οἰκείοις, ὅτι τὸν βασιλέα σφῶν ἐν μέσοις τοῖς πολεμίοις ἐπανήκουσιν ἀπολιπόντες. [3] ταῦτα εἰπόντα ἀπελθεῖν ἐς τὴν σκηνὴν μηδέ τινα τῶν ἑταίρων προσέσθαι αὐτῆς τε ἐκείνης τῆς ἡμέρας καὶ ἐς τὴν τρίτην ἔτι ἀπ᾽ ἐκείνης, ὑπομένοντα, εἰ δή τις τροπὴ ταῖς γνώμαις τῶν Μακεδόνων τε καὶ ξυμμάχων, οἷα δὴ ἐν ὄχλῳ στρατιωτῶν τὰ πολλὰ φιλεῖ γίγνεσθαι, ἐμπεσοῦσα εὐπειθεστέρους παρέξει αὐτούς. [4] ὡς δὲ σιγὴ αὖ πολλὴ ἦν ἀνὰ τὸ στρατόπεδον καὶ ἀχθόμενοι μὲν τῇ ὀργῇ αὐτοῦ δῆλοι ἦσαν, οὐ μὴν μεταβαλλόμενοι γε ὑπ᾽ αὐτῆς, ἐνταῦθα δὴ λέγει Πτολεμαῖος 1 ὁ Λάγου, ὅτι ἐπὶ τῇ διαβάσει οὐδὲν μεῖον ἐθύετο, θυομένῳ δὲ οὐκ ἐγίγνετο αὐτῷ τὰ ἱερά. [5] τότε δὴ τοὺς πρεσβυτάτους τε τῶν ἑταίρων καὶ τοὺς μάλιστα ἐπιτηδείους αὐτῷ συναγαγών, ὡς πάντα ἐς τὴν ὀπίσω ἀναχώρησιν αὐτῷ ἔφερεν, ἐκφαίνει ἐς τὴν στρατιάν, ὅτι ἔγνωσται ὀπίσω ἀποστρέφειν.

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Nun aber erhielt er vom Lande jenseits des Hyphasis die Meldung, daß es wohlhabend sei und seine Bewohner mit gleicher Tüchtigkeit ihr Feld bestellten, als sie die Waffen führten, und ihre inneren Staatseinrichtungen wohl geordnet seien. Das Volk stehe nämlich unter der Herrschaft der Besten, welche dieselbe nicht ungebührlich führen. Dabei besitzen die Einwohner eine weit größere Menge an Elephanten als die übrigen Inder, und diese Thiere zeichnen sich eben so sehr durch ihre Größe , als durch ihre Streitbarkeit aus. Solche Nachrichten erhöhten freilich Alexanders Leidenschaft, noch weiter vorzudringen, dagegen verloren seine Macedonier immer mehr Lust und Muth, weil sie sahen, mit welchem Wohlgefallen ihr König Beschwerden an Beschwerden, Kämpfe an Kämpfe reihe. Im Lager fanden Zusammenrottungen statt, wobei die Einen, und dies waren die Gemäßigtsten, ihr Geschick bejammerten, die Andere rund heraus erklärten, daß sie, selbst wenn Alexander an ihre Spitze träte, ihm nicht mehr folgen würden. Sobald dies Alexander inne geworden war, entbot er, bevor Aufregung und Mutlosigkeit bei seinen Kriegern noch weiter um sich griffen, die Befehlshaber der Abtheilungen zu sich, und redete sie also an: „Macedonier und Verbündete, da ich sehe, daß ihr mir nicht mehr mit der alten Bereitwilligkeit in die Gefahren folget, habe ich euch hier versammelt, entweder um euch zum Weiterziehen zu bestimmen, oder mich von euch zum Rückzuge bestimmen zu lassen. Habt ihr euch über die bisher bestandenen Mühseligkeiten und über meine Führung zu beschweren, so ist es überflüssig, noch ein Wort darüber zu verlieren. [Es folgt eine Auflistung der Eroberungen] Oder fürchtet ihr, andere Barbaren möchten eurem Angriffe noch Stand halten, von denen doch die einen sich freiwillig unterwerfen, die anderen auf der der Flucht ergriffen werden, wiederum anderen fliehend ihr verödetes Land uns preisgeben, als Zuwachs, der dann unseren Verbündeten, und denen, die sich freiwillig ergeben haben, zum Besitze eingeräumt wird.
[26] Das Ziel seiner Beschwerden liegt nach meiner Ansicht für einen edlen Mann nur in den Beschwerden selbst, soweit diese ihn zu rühmlichen Thaten führen. Verlangt aber Jemand das endliche Ziel unserer Kriege selbst zu erfahren, so wisse er, daß für uns nicht mehr viel Land übrig ist bis zum Gangesstrome und dem Ostmeere; mit diesem aber, sag ich, werdet ihr das hyrkanische Meer zusammenhängend finden; denn das große Meer umgibt die ganze Erde. Auch werde ich es den Macedoniern und ihren Verbündeten nachweisen, wie der indische Meerbusen mit dem persischen, und das hyrkanische Meer mit dem indischen Meerbusen in Verbindung steht. Vom persischen Meerbusen aus wollen wir unsere Flotte Libyen umschiffen lassen bis zu den Säulen des Herakles, und von den Säulen des Herakles an wird das ganze innere Libyen und somit denn ganz Asien unser, und die Grenzen der Herrschaft werden dann hier mit derjenigen zusammenfallen, welche die Gottheit auch der Erde gesetzt hat. Kehren wir aber jetzt wieder um, so bleiben noch viele streitbare Stämme jenseits des Hyphasis bis ans Ostmeer übrig, und hinter diesen noch viele nördlich nach dem hyrkanischen Meere zu, desgleichen die scythischen Stämme nicht ferne von diesen, so daß zu befürchten steht, es werden, wenn wir den Rückzug antreten, die bereits unterworfenene Völker, deren Besitz nicht gehörig gesichert ist, von den noch nicht unterworfenen sich zum Abfall verführen lassen. Und dann werden eben unsere vielen Beschwerden für uns nutzlos sein, oder wir müssen mit anderen Beschwerden und Gefahren wieder von vorne anfangen. So harret denn aus, Macedonier und Verbündete! Werden ja doch nur unter Beschwerden und Kämpfen rühmliche Thaten verrichtet, und süß, wie das Leben des Tapferen, ist auch sein Tod, da er unsterblichen Nachruhm hinterlässt. Oder wißt ihr nicht, daß unser Ahnherr nicht in Tiryns, noch in Argos, auch nicht im Peloponnes oder in Theben stille gesessen, um zu solcher Höhe des Ruhms zu gelangen, daß er aus einem Menschen zu einem Gotte geworden ist, oder doch wenigstens dafür gehalten wird? Hatte doch fürwahr auch Dionysos, ein ohne Vergleich erhabenerer Gott, als Hercules, nicht wenige Beschwerden. Wir aber, wir sind noch über Nysa hinausgekommen, und der Aornusfelsen, der für Herkules uneinnehmbare, ist in unserem Besitze. So füget denn, was von Asien noch übrig ist, dem bereits Gewonnenen, das Wenige dem Vielen bei. Denn was würden wir selbst Großes und Rühmliches vollbracht haben, wenn wir in Macedonien sitzen geblieben wären und uns damit begnügt hätten, ohne Beschwerde unsere Heimat zu beschirmen, und unsere Grenznachbarn, die Thracier, oder die Illyrier, oder die Triballer, oder auch die unserer Sache nicht holden Griechen abzuwehren? Ja hätte ich euch zu Beschwerden und Kämpfen geführt, mich selbst aber Beschwerden und Kämpfen entzogen, so würdet ihr nicht ohne Grund im Voraus den Muth sinken lassen, weil dann die Beschwerden euch allein zufielen, während ihr den Kampfpreis dafür Anderen erringen müßtet. Nun aber sind uns die Beschwerden gemeinschaftlich, an den Kämpfen haben wir gleichen Antheil, der Kampfpreis aber liegt in der Mitte für Alle. Denn euer ist das Land und ihr seid seine Verwalter. Auch von seinen Schätzen fällt nun der größte Theil euch zu; und haben wir vollends ganz Asien durchzogen, dann werde ich beim Zeus nicht nur die schönen Hoffnungen eines Jeden erfüllen, sondern sogar übertreffen: die, welche nach Hause zurückkehren wollen, werde ich in ihre Heimat entlassen, oder sie selbst dahin zurückführen, diejenigen aber, welche hierblieben, zum Gegenstande des Neides für die Abgehenden machen.
[27] Nachdem Alexander dies und Anderes der Art gesprochen, waltete lange Zeit Stillschweigen, weil man es nicht wagte, dem Könige zu widersprechen, und doch auch nicht geneigt war, ihm beizustimmen. Indessen forderte Alexander wiederholt Jeden zum Sprechen auf, wenn etwa Dieser oder Jener mit den von ihm geäußerten Ansichten entgegengesetzte haben sollte. Aber trotzdem dauerte das Stillschweigen noch geraume Zeit fort, bis endlich Coenus, Polemocrates‘ Sohn, sich ein Herz faßte und etwa folgendes sprach: „Du selbst, mein König, willst nicht als Gebieter die Macedonier befehlen, sondern erklärst, sie nur dann weiter führen zu wollen, wenn du sie bestimmst, nicht aber Zwang anzuwenden, wenn du überstimmt werdest. Deshalb werde ich jetzt nicht für uns, die wir vor den Anderen geehrt, und mit dem Ehrenpreise für die überstandenen Beschwerden größtentheils schon bedacht und mit dem Heerbefehle vor anderen betraut, dir in Allem zu folgen bereit sind, nicht für uns also werde ich hier sprechen, sondern vielmehr im Namen des gesammten Heeres. Jedoch auch im Namen von diesen werde ich nicht aussprechen, was dasselbe am Liebsten hören dürfte, sondern dasjenige, wovon ich glaube, daß es für dich in Betracht der Gegenwart am Ersprießlichsten, in Betracht der Zukunft am Sichersten sein werde. Das Recht aber, mit dem nicht zurückzuhalten, was mir das Beste zu sein dünkt, verleiht mir mein Alter und die mir durch dich beigelegte Bedeutung vor den Anderen, und mein bisher stets bereitwilliger Muth in allen Beschwerden und Gefahren. Denn je zahlreicher und größer die Thaten sind, welche du als Feldherr, und die mit dir aus der Heimat gezogenen vollbracht, desto rathsamer scheint es mir zu sein, den Beschwerden und Kämpfen endlich ein Ziel zu setzen. Siehst du es ja doch selbst, wie viel unserer, Macedonier sowohl als Griechen, mit dir ausgezogen, und wie viele noch übrig sind. Von diesen hast du die Thessalier gleich von Bactra aus, weil du sie zu weiteren Beschwerden nicht mehr bereitwillig sahest, nach Hause entlassen, und hast wohl daran getan; von den übrigen Griechen sind die Einen in den von dir erbauten Städten angesiedelt, und selbst von diesen blieben nicht alle gerne; die Anderen nebst dem macedonischen Heeren theilen noch jetzt mit dir die Beschwerden und Kämpfe und haben einen Theil ihrer Mannschaft in Schlachten eingebüßt, ein anderer, durch Wunden kampfunfähig geworden, mußte in verschiedenen Gegenden Asiens zurückgelassen werden; die Mehrzahl wurde durch Krankheiten aufgerieben: nur Wenige von den Vielen sind noch am Leben, und diese sind körperlich nicht mehr so rüstig und geistig noch mehr entkräftet. Sie alle haben die Sehnsucht nach ihren Eltern gemein, sofern diese noch leben, die Sehnsucht nach ihren Weibern und Kindern, ja die Sehnsucht nach dem bloßen heimatlichen Boden, und diesen wiederzusehen, heimkehrend in dem von dir ihnen verliehenen Glanze, einst klein, jetzt groß, einst arm, jetzt reich – das ist doch wohl eine bei ihnen verzeihliche Sehnsucht. Darum führe sie jetzt gegen ihren Willen nicht weiter; denn du wirst an ihnen in Gefahren nicht mehr dieselben haben, da ihnen die Bereitwilligkeit zum Kampfe abgeht. Kehre vielmehr selbst, wenn dir’s beliebt, in die Heimat zurück; sieh deine Mutter wieder; bringe die Angelenheiten der Griechen in Ordnung; trage erst diese zahlreichen und großartigen Siege in dein Vaterhaus, und dann magst du von Neuem einen anderen Sieg antreten, sei’s nun, wenn du willst, gegen dieselben nach Osten zu wohnenden Inderstämme, oder nach dem euxinischen Meere, oder gegen Carthago und das hinter Carthago gelegene Libyen. Dies sodann anzugeben ist deine Sache; und andere Macedonier und Griechen werden dir folgen, junge statt der alten, frische statt der entkräfteten, für welche die Wechselfäle des Krieges, ihnen aus eigener Erfahrung noch unbekannt, für den Augenblick nichts Abschreckendes, vielmehr bei der Aussicht in eine frohe Zukunft etwas Anziehendes haben. Sie werden dir natürlich auch deswegen noch williger folgen, wenn sie sehen dürfen, daß die früheren Genossen deiner Beschwerden und Kämpfe in ihre heimatlichen Sitze zurückgekehrt sind, reich, die einst arm, berühmt, die einst unbekannt waren, Schön ist, mein König, wenn sonst Etwas, zumal die Mäßigung im Glücke. Du freilich hast als Feldherr und an der Spitze eines solchen Heeres von Feinden nichts zu fürchten; aber was von der Gottheit kommt, kommt unerwartet und ist deshalb unvermeidlich für den Menschen.
[28] Also sprach Coenus, und mit lautem Beifallszuruf sollen seine Worte von den Anwesenden begrüßt worden sein, ja vielen entstürzten auch Thränen, und diese beurkundeten noch deutlicher ihre Abneigung gegen weitere Gefahren, so wie ihre Freude an der Heimkehr. Alexander, im Augenblick ärgerlich sowohl über die Freimüthigkeit des Coenus, als auch über die Bedenklichkeit der übrigen Anführer, löste die Versammlung auf, rief sie jedoch für den nächsten Tag im Zorn wieder zusammen und erklärte: er selbst werde weiter ziehen, wolle aber keinen Macedonier zwingen, ihm unfreiwillig zu folgen; denn er werde schon noch Leute finden, die ihren König freiwillig begleiten würden. Wer nach Hause gehen wolle, dem stehe es frei, heim zu ziehen und seinen Angehörigen zu erzählen, daß er um den Preis der Heimkehr seinen König mitten unter den Feinden verlassen habe. Mit diesen Worten zog er sich in sein Zelt zurück, und ließ an jenem Tage und an den zwei folgenden nicht einmal Einen seiner Vertrauten vor sich kommen, sondern wartete ab, ob nicht vielleicht, wie dies bei einem Soldatenhaufen meist zu geschehen pflegt, bei den Macedoniern und den Verbündeten eine Sinnesänderung eintreten, und sie so zur Folgsamkeit geneigter machen würde. Als aber im Lager wiederum tiefe Stille herrschte, und es sich zeigte, daß man zwar über seinen Zorn betrübt sei, sich jedoch hierdurch nicht umstimmen lasse, da opferte er denn nach der Angabe des Lagiden Ptolemaios nichts desto weniger wegen des Überganges, erhielt aber keine günstigen Opferzeichen. Jetzt erst, als ihn alles auf die Heimkehr hinwies, versammelte er die Ältesten seiner Vertrauten und hauptsächlich die ihm Ergebensten wieder um sich, und ließ unter dem Heere bekannt machen, daß die Rückkehr beschlossen sei.

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Projekttitel: eManual Alte Geschichte
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Autor_in: Tobias Nowitzki
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Arrian, 5, 25-28

Leitfragen:

1) Welche Argumente bringen Alexander und Coenus für ihre jeweiligen Standpunkte?

2) Auf welche Weise wird die Krise der Meuterei gelöst?

3)Welche Rückschlüsse lässt dieser Bericht auf den Charakter Alexanders zu?

Kommentar:

Arrian, ein griechischer Historiker des 2. Jahrhunderts nach Christus, hat uns in seiner Anabasis eine der wesentlichen Quellen zur Geschichte Alexanders des Großen überliefert. Die Ereignisse, die er beschreibt, liegen zu seiner Zeit bereits fast 500 Jahre zurück, und oft wirft ihm die Forschung vor, seine Quellen nicht verstanden zu haben; dennoch ist er eine der wenigen vollständigen Quellen für die Geschichte Alexanders.

In diesem Abschnitt behandelt Arrian den Wendepunkt auf Alexanders Eroberungsfeldzug durch Indien: die Meuterei seiner Soldaten am Fluss Hydaspes. Nach einer verlustreichen Schlacht und der Überquerung mehrerer großer Flüsse sind die Soldaten nicht mehr bereit, weiter zu marschieren. Sie wollen zurück, was angesichts der Tatsache, dass sie zu Fuß und unter vielen Kämpfen von Nordgriechenland bis nach Indien marschiert sind, nicht verwundert. Alexander und einer seiner Offiziere, Coenus, liefern sich einen Redewettstreit um die Frage, wie es weitergehen soll. Alexander argumentiert, man habe doch bereits so viele Völker unterworfen, warum sollte man nun aufhören? Es sei ja außerdem nicht mehr viel Land übrig bis zum Weltmeer, dem Okeanos. Alexander ging davon aus, dass kurz hinter dem Hydaspes das Ende der Welt erreicht sei. Ferner sei noch eine Menge Ruhm zu erwerben, er verstehe daher nicht, wieso seine Soldaten dies nicht wollten. Coenus argumentiert dagegen: Zuerst einmal wollen die Soldaten endlich ein Ziel für ihren Feldzug und nicht ständig auf neue Grenzen mit immer neuen Feinden stoßen, die man unterwerfen kann. Außerdem habe Alexander ja schon eine Reihe anderer Gruppen in die Heimat entlassen, dies wollen nun auch die Makedonen für sich in Anspruch nehmen, die nach den verlustreichen Kämpfen noch übrig seien. Alexander solle sie nach Hause führen und von dort mit neuen Soldaten zu neuen Kriegen aufbrechen. Die unversöhnlichen Positionen scheinen unlösbar, bis Alexander einsichtig wird. Er tut dies allerdings nicht offen, sondern bedient sich eines Tricks, um sein Gesicht vor den Soldaten nicht zu verlieren. Er opfert und bittet um gute Vorzeichen für den Weitermarsch, erhält diese nicht (er selbst wird sie ja gedeutet haben, oder ein Vertrauter) und fügt sich dann „dem Willen der Gottheit“.

Die Stelle lässt einige Züge von Alexanders Charakter deutlich erkennen. Zum einen seine Gier nach Ruhm und die Maßstäbe, in denen er denkt. Es reicht ihm nicht, das Perserreich erobert zu haben, er will die Welt erobern, daher auch seine konstante Suche nach dem Ufer des Okeanos, des Weltmeeres. Inwieweit dies bereits beim Abmarsch aus Makedonien geplant war, ist bis heute Gegenstand einer Forschungskontroverse. Ferner sieht man, dass Alexander leicht zu kränken und zu erzürnen ist und nicht bereit ist, nachzugeben. Erst als er merkt, dass tatsächlich niemand mit ihm weiterziehen würde, fügt er sich in die Tatsachen. Auch seine Rastlosigkeit wird deutlich, denn offenbar war er nie bereit, seinem Zug ein Ziel zu setzen, abgesehen von dem einen, alles zu erobern.

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Podcast-Hinweise
Sehen Sie zu dieser Quelle auch den Podcast „Alexander der Große“. Um einen breiteren Einblick in den Hellenismus zu erhalten, sehen Sie auch die Podcastreihe „Griechische Geschichte III – Hellenismus“.

 

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Zum Charakter Alexanders siehe auch den Bericht zu Hephaistions Tod (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-tod-des-hephaistion/) und der Ermordung Parmenions Familie (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-die-ermordung-parmenions-familie/).

Zu den Ambitionen Alexanders siehe auch den Bericht in der Oase von Siwah (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-alexander-in-der-oase-siwah/)  und der Massenhochzeit in Susa (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originaltext-uebersetzung-und-kommentar-massenhochzeit-in-susa/).

Pagenverschwörung

Projekttitel: eManual Alte Geschichte
Modul [optional]:
Autor_in: Arrian
Lizenz: CC-BY-NC-SA

Arrian 4, 13-14 Original

[13] ἐκ Φιλίππου ἦν ἤδη καθεστηκὸς τῶν ἐν τέλει Μακεδόνων τοὺς παῖδας ὅσοι ἐς ἡλικίαν ἐμειρακιεύοντο καταλέγεσθαι ἐς θεραπείαν τοῦ βασιλέως, τά τε περὶ τὴν ἄλλην δίαιταν τοῦ σώματος διακονεῖσθαι βασιλεῖ καὶ κοιμώμενον φυλάσσειν τούτοις ἐπετέτραπτο. καὶ ὁπότε ἐξελαύνοι βασιλεύς, τοὺς ἵππους παρὰ τῶν ἱπποκόμων δεχόμενοι ἐκεῖνοι προσῆγον καὶ ἀνέβαλλον οὗτοι βασιλέα τὸν Περσικὸν τρόπον καὶ τῆς ἐπὶ θήρᾳ φιλοτιμίας βασιλεῖ κοινωνοὶ ἦσαν. [2] τούτων καὶ Ἑρμόλαος ἦν, Σωπόλιδος μὲν παῖς, φιλοσοφίᾳ δὲ ἐδόκει προσέχειν τὸν νοῦν καὶ Καλλισθένην θεραπεύειν ἐπὶ τῷδε. ὑπὲρ τούτου λόγος κατέχει, ὅτι ἐν θήρᾳ προσφερομένου Ἀλεξάνδρῳ συὸς ἔφθη βαλὼν τὸν σῦν ὁ Ἑρμόλαος: καὶ ὁ μὲν σῦς πίπτει βληθείς, Ἀλέξανδρος δὲ τοῦ καιροῦ ὑστερήσας ἐχαλέπηνε τῷ Ἑρμολάῳ καὶ κελεύει αὐτὸν πρὸς ὀργὴν πληγὰς λαβεῖν ὁρώντων τῶν ἄλλων παίδων, καὶ τὸν ἵππον αὐτοῦ ἀφείλετο. [3] τοῦτον τὸν Ἑρμόλαον ἀλγήσαντα τῇ ὕβρει φράσαι πρὸς Σώστρατον τὸν Ἀμύντου, ἡλικιώτην τε ἑαυτοῦ καὶ ἐραστὴν ὄντα, ὅτι οὐ βιωτόν οἵ ἐστι μὴ τιμωρησαμένῳ Ἀλέξανδρον τῆς ὕβρεως, καὶ τὸν Σώστρατον οὐ χαλεπῶς συμπεῖσαι μετασχεῖν τοῦ ἔργου, ἅτε ἐρῶντα. [4] ὑπὸ τούτων δὲ ἀναπεισθῆναι Ἀντίπατρόν τε τὸν Ἀσκληπιοδώρου τοῦ Συρίας σατραπεύσαντος καὶ Ἐπιμένην τὸν Ἀρσαίου καὶ Ἀντικλέα τὸν Θεοκρίτου καὶ Φιλώταν τὸν Κάρσιδος τοῦ Θρᾳκός. ὡς οὖν περιῆκεν ἐς Ἀντίπατρον ἡ νυκτερινὴ φυλακή, ταύτῃ τῇ νυκτὶ ξυγκείμενον εἶναι ἀποκτεῖναι Ἀλέξανδρον, κοιμωμένῳ ἐπιπεσόντας. [5] ξυμβῆναι δὲ οἱ μὲν αὐτομάτως λέγουσιν ἔστε ἐφ᾽ ἡμέραν πίνειν Ἀλέξανδρον, Ἀριστόβουλος δὲ ὧδε ἀνέγραψε. […] [7] τῇ δὲ ὑστεραίᾳ Ἐπιμένης ὁ Ἀρσαίου τῶν μετεχόντων τῆς ἐπιβουλῆς φράζει τὴν πρᾶξιν Χαρικλεῖ τῷ Μενάνδρου, ἐραστῇ ἑαυτοῦ γεγονότι: Χαρικλῆς δὲ φράζει Εὐρυλόχῳ τῷ ἀδελφῷ τῷ Ἐπιμένους. καὶ ὁ Εὐρύλοχος ἐλθὼν ἐπὶ τὴν σκηνὴν τὴν Ἀλεξάνδρου Πτολεμαίῳ τῷ Λάγου τῷ σωματοφύλακι καταλέγει ἅπαν τὸ πρᾶγμα: ὁ δὲ Ἀλεξάνδρῳ ἔφρασε. καὶ ὁ Ἀλέξανδρος ξυλλαβεῖν κελεύει ὧν τὰ ὀνόματα εἶπεν ὁ Εὐρύλοχος: καὶ οὗτοι στρεβλούμενοι σφῶν τε αὐτῶν κατεῖπον τὴν ἐπιβουλὴν καί τινας καὶ ἄλλους ὠνόμασαν.
[14]Ἀριστόβουλος μὲν λέγει ὅτι καὶ Καλλισθένην ἐπᾶραι σφᾶς ἔφασαν ἐς τὸ τόλμημα: καὶ Πτολεμαῖος ὡσαύτως λέγει. οἱ δὲ πολλοὶ οὐ ταύτῃ λέγουσιν, ἀλλὰ διὰ μῖσος γὰρ τὸ ἤδη ὂν πρὸς Καλλισθένην ἐξ Ἀλεξάνδρου καὶ ὅτι ὁ Ἑρμόλαος ἐς τὰ μάλιστα ἐπιτήδειος ἦν τῷ Καλλισθένει, οὐ χαλεπῶς πιστεῦσαι τὰ χείρω ὑπὲρ Καλλισθένους Ἀλέξανδρον. [2] ἤδη δέ τινες καὶ τάδε ἀνέγραψαν, τὸν Ἑρμόλαον προᾳχθέντα ἐς τοὺς Μακεδόνας ὁμολογεῖν τε ἐπιβουλεῦσαι — καὶ γὰρ οὐκ εἶναι ἔτι ἐλευθέρῳ ἀνδρὶ φέρειν τὴν ὕβριν τὴν Ἀλεξάνδρου — πάντα καταλέγοντα, τήν τε Φιλώτα οὐκ ἔνδικον τελευτὴν καὶ τὴν τοῦ πατρὸς αὐτοῦ Παρμενίωνος ἔτι ἐκνομωτέραν καὶ τῶν ἄλλων τῶν τότε ἀποθανόντων, καὶ τὴν Κλείτου ἐν μέθῃ ἀναίρεσιν, καὶ τὴν ἐσθῆτα τὴν Μηδικήν, καὶ τὴν προσκύνησιν τὴν βουλευθεῖσαν καὶ οὔπω πεπαυμένην, καὶ πότους τε καὶ ὕπνους τοὺς Ἀλεξάνδρου: ταῦτα οὐ φέροντα ἔτι ἐλευθερῶσαι ἐθελῆσαι ἑαυτόν τε καὶ τοὺς ἄλλους Μακεδόνας. τοῦτον μὲν δὴ αὐτόν τε καὶ τοὺς ξὺν αὐτῷ ξυλληφθέντας καταλευσθῆναι πρὸς τῶν παρόντων. [3] Καλλισθένην δὲ Ἀριστόβουλος μὲν λέγει δεδεμένον ἐν πέδαις ξυμπεριάγεσθαι τῇ στρατιᾷ, ἔπειτα νόσῳ τελευτῆσαι, Πτολεμαῖος δὲ ὁ Λάγου στρεβλωθέντα καὶ κρεμασθέντα θέντα ἀποθανεῖν. οὕτως οὐδὲ οἱ πάνυ πιστοὶ ἐς τὴν ἀφήγησιν καὶ ξυγγενόμενοι ἐν τῷ τότε Ἀλεξάνδρῳ ὑπὲρ τῶν γνωρίμων τε καὶ οὐ λαθόντων σφᾶς ὅπως ἐπράχθη ξύμφωνα ἀνέγραψαν.
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Projekttitel: eManual Alte Geschichte
Modul [optional]:
Übersetzung: Carl Cless
Lizenz: CC-BY-NC-SA

Übersetzung

[13] Nach einer schon von Philipp herstammenden Anordnung wurden die Söhne der makedonischen Großen, sobald sie ins Künglingsalter eingetreten waren, zum persönlichen Dienste des Königs ausgewählt. Außer den übrigen Dienstleistungen um seine Person hatten sie die Obliegenheit, wenn er schlief, bei ihm Wache zu halten; so oft der König ausritt, nahmen sie den Stallbedienten das Pferd ab, führten es vor und halfen dem Könige nach persischer Sitte in den Sattel; auch hatten sie an den königlichen Jagdfreuden teil. Einer von ihnen, Hermolaus, des Sopolis Sohn, hatte, wie es schien, Interesse für Philosophie und bezeigte deshalb dem Callisthenes seine Hochachtung. Von diesem erzählt man sich nun folgendes: Als auf einer Jagd Alexander ein Schwein vor den Speer rannte, kam ihm Hermolaus mit dem Schusse zuvor und erlegte das Tier. Alexander, der zu spät gekommen, wurde gegen Hermolaus aufgebracht, ließ im Zorn in Anwesenheit der übrigen Edelknaben ihm Schläge geben und auch sein Pferd ihm abnehmen. Im Schmerzgefühle über diese schimpfliche Behandlung soll Hermolaus gegen Sostratos, des Amyntas Sohn, seine Altersgenossen und zugleich Liebhaber, es ausgesprochen haben: das Leben sei ihm unerträglich, wenn er sich für diese Schmach nicht an Alexander rächen könne. [Es werden eine Reihe von Mitverschwörern genannt] In der Nacht, wo die Wache den Antipater treffen würde, hätten sie miteinander verabredet, Alexander im Schlafe zu überfallen und zu töten. Allein da habe es sich gefügt, daß Alexander, wie einige erzählen, ohne äußeren Anlaß bis in den Tag fortschmauste. [Nach Aristobul wurde er von einer syrischen Seherin gewarnt]. Am folgenden Tage aber erzählte Epimenes, des Arseas Sohn, einer der Mitwisser des Anschlags, die Sache dem Charicles, dem Sohne des Menander, seinem Liebhaber; Charicles erzählte sie Eurylochus, dem Bruder des Epimenes, Eurylochus aber ging ins Zelt Alexanders und entdeckte das Ganze dem Leibwächter Ptolemäus dem Lagiden. Durch diesen wurde Alexander davon unterrichtet und ließ sofort alle festsetzen, deren Namen Eurylochus angegeben hatte. Auf die Folter gespannt, gestanden sie nicht nur ihren eigenen Anschlag ein, sondern nannten auch noch einige andere Namen.
[14] Zwar behauptet Aristobul, sie hätten auch ausgesagt, daß Callisthenes sie zu ihrem Wagnisse aufgereizt habe, und Ptolemäus pflichtet jenem bei. Allein die meisten sagen, nicht deswegen, sondern wegen des Hasses, den Alexander bereits auf Callisthenes geworfen, und wegen der innigen Verbindung, in der Hermolaus mit Callisthenes stand, habe Alexander gar leicht das ärgste von Callisthenes geglaubt. Weiter liefern einige noch folgende Nachrichten: Hermolaus, der Versammlung der Makedonier vorgeführt, habe seinen Anschlag eingestanden: denn für einen freien Mann sei Alexanders Übermut nicht länger erträglich gewesen. Und nun habe er alles der Reihe nach aufgezählt – die ungerechte Hinrichtung des Philotas, die noch gesetzwidrigere seines Vaters Parmenio und der übrigen damals mit dem Tode Bestraften, die Ermordung des Cleitus im Rausche, die medische Kleidung, die in Beratung gezogene und noch ncht aufgegebene Anbetung und endlich die zwischen Trinkgelagen und Ausschlafen des Rausches geteilte Lebensweise Alexanders. Dieses habe er nicht länger aushalten können und davon sich und die übrigen Macedonier befreien wollen. Hierauf seien er und seine Mitverhafteten von den Anwesenden gesteinigt, Callisthenes aber nach Aristobul in Fesseln mit dem Heere fortgeschleift worden und später an einer Krankheit gestorben, nach dem Lagiden Ptolemäus hingegen sei derselbe gefoltert und dann aufgehängt worden. So stimmen nicht einmal diejenigen, von denen man die zuverlässigsten Berichte um so mehr erwarten sollte, da sie damals in Alexanders Umgebung.
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Projekttitel: eManual Alte Geschichte
Modul [optional]:
Autor_in: Tobias Nowitzki
Lizenz: CC-BY-NC-SA

Arrian 4, 13-14

Leitfragen:

1) Wie läuft nach dieser Quelle die sogenannte Pagenverschwörung ab?

2) Welche Auskünfte gibt die Quelle über Alexanders Charakter und Herrschaftsmethode?

3) Welche Rückschlüsse auf Arrians Methode lassen sich aus der Quelle ziehen?

Kommentar:

Arrian, ein griechischer Historiker des 2. Jahrhunderts nach Christus, hat uns in seiner Anabasis eine der wesentlichen Quellen zur Geschichte Alexanders des Großen überliefert. Die Ereignisse, die er beschreibt, liegen zu seiner Zeit bereits fast 500 Jahre zurück, und oft wirft ihm die Forschung vor, seine Quellen nicht verstanden zu haben; dennoch ist er eine der wenigen vollständigen Quellen für die Geschichte Alexanders.

In diesem Abschnitt behandelt er die sogenannte „Pagenverschwörung“, der Alexander entging. Als Hauptverschwörer wird hier Hermolaos genannt. Sein Motiv scheint nach Arrians Darstellung persönlicher Natur gewesen zu sein, er wollte sich für eine Demütigung seitens Alexanders rächen. Aus einigen Quellen entnimmt Arrian auch, dass Hermolaos politische Motive angeführt habe, wie Alexanders grausame Herrschaftsführung und seine starke Neigung zur persischen Kultur. Rache als Motiv scheint jedoch plausibler, da wir auch in vielen anderen Fällen die Neigung der makedonischen Adligen zu Kränkung und brutalen Racheakten sehen, beispielsweise bei der Ermordung Philipps, der Ermordung des Kleitos, oder auch der Folter von Philipps Witwe durch seine andere Witwe, Olympias. Die Verschwörung scheitert jedoch, weil Alexander in der Nacht, in der geplant war, ihn im Schlaf zu ermorden, durchzecht. Ein Grund hierfür war laut Aristobul die Warnung einer Seherin, möglicherweise war es auch schlichter Zufall; Arrian bezieht hierzu keine Stellung. Am nächsten Morgen verrät dann ein Mitverschwörer die anderen und sie werden festgesetzt, gefoltert und getötet. Ebenso wird Kallisthenes hingerichtet, ein Philosoph am Hofe Alexanders, nach Arrians Meinung, weil Alexander ihn ohnehin schon lange gehasst habe und loswerden wollte – auch wenn er andere Berichte angibt, nach denen der Philosoph von den Gefolterten bezichtigt worden sei.

Alexander erscheint in dieser Quelle als Tyrann, der gnadenlos diejenigen foltern und hinrichten lässt, die sich gegen ihn verschworen haben, auch wenn er dafür nur eine einzige Aussage besitzt. Und auch (wahrscheinlich) unbeteiligte Personen, wie Kallisthenes, fallen seinem Zorn zum Opfer, den man auch in anderen Ereignissen gut erkennen kann, wie beispielsweise seinen Handlungen nach dem Tod des Hephaistion oder auch der Ermordung des Kleitos. Auf letzteres Verbrechen beruft sich nach dem Bericht einiger Quellen Hermolaos vor der Heeresversammlung. Gnade zeigt Alexander hier ebensowenig wie in anderen Fällen; seine Feinde müssen stets damit rechnen, rücksichtslos ausgelöscht zu werden.

Interessant ist an dieser Quellenstelle auch, dass sie uns Einblicke in die Arbeitsmethode Arrians liefert. Offenbar hatte er eine Reihe von Quellen aus der Zeit Alexanders zur Verfügung, wie die Berichte seines Leibwächters Ptolemaios. Dies verleiht dem Bericht Arrians zusätzliche Glaubwürdigkeit. Ferner sehen wir, dass er sich mit diesen Quellen durchaus kritisch auseinandersetzt, wenn er seiner Verwunderung darüber Ausdruck verleiht, dass die Quellen sich nicht einig sind, obwohl sie alle von Augenzeugen stammen. Für moderne Historiker ist ebenfalls sehr hilfreich, dass er angibt, aus welcher Quelle er welche Information entnommen hat.

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Podcast-Hinweise
Sehen Sie zu dieser Quelle auch den Podcast „Alexander der Große“. Um einen breiteren Einblick in den Hellenismus zu erhalten, sehen Sie auch die Podcastreihe „Griechische Geschichte III – Hellenismus“.
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Zu Alexanders Charakter siehe auch den Bericht zum Tod des Hephaistion (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-tod-des-hephaistion/) oder zur Ermordung von Parmenions Familie (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-die-ermordung-parmenions-familie/).

Zu seinem „persischen“ Verhalten siehe auch die Massenhochzeit von Susa (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originaltext-uebersetzung-und-kommentar-massenhochzeit-in-susa/) und zu seiner Anbetung den Bericht zum Besuch in der Oase Siwah (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-alexander-in-der-oase-siwah/).

Die Ermordung Parmenions Familie

Projekttitel: eManual Alte Geschichte
Modul [optional]:
Autor_in: Plutarch
Lizenz: CC-BY-NC-SA

Plut. Alex. 48-49- Original:

[48] Φιλώτας δὲ ὁ Παρμενίωνος ἀξίωμα μὲν εἶχεν ἐν τοῖς Μακεδόσι μέγα καὶ γὰρ ἀνδρεῖος ἐδόκει καὶ καρτερικὸς εἶναι, φιλόδωρος δὲ οὕτω καὶ φιλέταιρος μετ᾽ αὐτόν Ἀλέξανδρον οὐδείς, λέγεται γοῦν ὅτι τῶν συνήθων τινὸς αἰτοῦντος ἀργύριον ἐκέλευσε δοῦναι φήσαντος δὲ τοῦ διοικητοῦ μὴ ἔχειν, ‘τί λέγεις;’ εἶπεν, [2] ‘οὐδὲ ποτήριον ἔχεις οὐδὲ ἱμάτιον;’ ὄγκῳ δὲ φρονήματος καὶ βάρει πλούτου καὶ τῇ περὶ τὸ σῶμα θεραπείᾳ καὶ διαίτῃ χρώμενος ἐπαχθέστερον ἢ κατ᾽ ἰδιώτην, καὶ τότε δὴ τὸ σεμνὸν καὶ ὑψηλὸν οὐκ ἐμμελῶς, ἀλλ᾽ ἄνευ χαρίτων τῷ σολοίκῳ καὶ παρασήμῳ μιμούμενος, ὑποψίαν καὶ φθόνον ἔσχεν, ὥστε καὶ Παρμενίωνά ποτε εἰπεῖν πρός αὐτόν ‘ὦ παῖ, χείρων μοι γίνου.’ [3] πρός δὲ αὐτόν Ἀλέξανδρον ἐκ πάνυ πολλῶν χρόνων ἐτύγχανε διαβεβλημένος, ὅτε γὰρ τὰ περὶ Δαμασκὸν ἑάλω χρήματα Δαρείου νικηθέντος ἐν Κιλικίᾳ, πολλῶν σωμάτων κομισθέντων εἰς τὸ στρατόπεδον εὑρέθη γύναιον ἐν τοῖς αἰχμαλώτοις, τῷ μὲν γένει Πυδναῖον, εὐπρεπὲς δὲ τὴν ὄψιν ἐκαλεῖτο δὲ Ἀντιγόνη, [4] τοῦτο ἔσχεν ὁ Φιλώτας οἷα δὲ νέος πρός ἐρωμένην καὶ σὺν οἴνῳ πολλὰ φιλότιμα καὶ στρατιωτικὰ παρρησιαζόμενος ἑαυτοῦ τὰ μέγιστα τῶν ἔργων ἀπέφαινε καὶ τοῦ πατρός, Ἀλέξανδρον δὲ μειράκιον ἀπεκάλει δι᾽ αὐτοὺς τὸ τῆς ἀρχῆς ὄνομα καρπούμενον. [5] ταῦτα τῆς γυναικὸς ἐκφερούσης πρός τινα τῶν συνήθων, ἐκείνου δέ, ὡς εἰκὸς, πρός ἕτερον, περιῆλθεν εἰς Κρατερὸν ὁ λόγος καὶ λαβὼν τὸ γύναιον εἰσήγαγε κρύφα πρός Ἀλέξανδρον. ἀκούσας δὲ ἐκεῖνος ἐκέλευσε φοιτᾶν εἰς ταὐτὸ τῷ Φιλώτᾳ, καὶ πᾶν, ὅ τι ἂν ἐκπύθηται τούτου, πρός αὐτόν ἀπαγγέλλειν βαδίζουσαν.
[49] ὁ μὲν οὖν Φιλώτας ἐπιβουλευόμενος οὕτως ἠγνόει, καὶ συνῆν τῇ Ἀντιγόνῃ πολλὰ καὶ πρὸς ὀργὴν καὶ μεγαλαυχίαν ῥήματα καὶ λόγους κατὰ τοῦ βασιλέως ἀνεπιτηδείους προϊέμενος. [2] ὁ δὲ Ἀλέξανδρος, καίπερ καρτερᾶς ἐνδείξεως κατὰ τοῦ Φιλώτου προσπεσούσης, ἐκαρτέρησε σιωπῇ καί κατέσχεν, εἴτε θαρρῶν τῇ Παρμενίωνος εὐνοίᾳ πρὸς αὑτόν, εἴτε δεδιὼς τὴν δόξαν αὐτῶν καὶ τὴν δύναμιν. ἐν δὲ τῷ τότε χρόνῳ Μακεδὼν ὄνομα Λίμνος, ἐκ Χαλαίστρας, ἐπιβουλεύων Ἀλεξάνδρῳ Νικόμαχόν τινα τῶν νέων, πρὸς ὃν αὐτὸς ἐρωτικῶς εἶχεν, ἐπὶ τὴν κοινωνίαν τῆς πράξεως παρεκάλει. [3] τοῦ δὲ μὴ δεξαμένου, φράσαντος δὲ τἀδελφῷ Κεβαλίνῳ τὴν πεῖραν, ἐλθὼν ἐκεῖνος πρὸς Φιλώταν ἐκέλευσεν εἰσάγειν αὐτοὺς πρὸς Ἀλέξανδρον ὡς περὶ ἀναγκαίων ἔχοντας ἐντυχεῖν καὶ μεγάλων, ὁ δὲ Φιλώτας, ὅ τι δὴ παθὼν ῾ ἄδηλον γὰρ ἐστιν̓, οὐ παρῆγεν αὐτούς, ὡς πρὸς ἄλλοις μείζοσι γιγνομένου τοῦ βασιλέως, καὶ τοῦτο δὶς ἐποίησεν. [4] οἱ δὲ καθ᾽ ὑπεροψίαν ἤδη τοῦ Φιλώτου τραπόμενοι πρὸς ἕτερον καὶ δι᾽ ἐκείνου τῷ Ἀλεξάνδρῳ προσαχθέντες πρῶτον μὲν τὰ τοῦ Λίμνου κατεῖπον, ἔπειτα παρεδήλωσαν ἡσυχῇ τὸν Φιλώταν, ὡς ἀμελήσειεν αὐτῶν δὶς ἐντυχόντων. καί τοῦτο δὴ σφόδρα παρώξυνε τὸν Ἀλέξανδρον: καὶ τοῦ πεμφθέντος ἐπὶ τὸν Λίμνου, ὡς ἠμύνετο συλλαμβανόμενος, ἀποκτείναντος αὑτόν, ἔτι μᾶλλον διεταράχθη, τὸν ἔλεγχον ἐκπεφευγέναι τῆς ἐπιβουλῆς νομίζων. [5] καὶ πικρῶς ἔχων πρὸς τὸν Φιλώταν ἐπεσπάσατο τοὺς πάλαι μισοῦντας αὑτόν, ἤδη φανερῶς λέγοντας ὡς ῥᾳθυμία τοῦ βασιλέως εἴη Λίμνον οἰομένου, Χαλαιστραῖον ἄνθρωπον, ἐπιχειρῆσαι τολμήματι τοσούτῳ καθ᾽ αὑτὸν ἀλλὰ τοῦτον μὲν ὑπηρέτην εἶναι, μᾶλλον δὲ ὄργανον ἀπὸ μείζονος ἀρχῆς ἀφιέμενον, ἐν ἐκείνοις δὲ τὴν ἐπιβουλὴν ζητητέον οἷς μάλιστα ταῦτα λανθάνειν συνέφερε, [6] τοιούτοις λόγοις καὶ ὑπονοίαις ἀναπετάσαντος τὰ ὦτα τοῦ βασιλέως ἐπῆγον ἤδη μυρίας κατὰ τοῦ Φιλώτου διαβολάς. ἐκ τούτου δὲ συλληφθεὶς ἀνεκρίνετο, τῶν ἑταίρων ἐφεστώτων ταῖς βασάνοις, Ἀλεξάνδρου δὲ κατακούοντος ἔξωθεν αὐλαίας παρατεταμένης ὅτε δὴ καί φασιν αὑτὸν εἰπεῖν, οἰκτρὰς καὶ ταπεινὰς τοῦ Φιλώτου φωνὰς καὶ δεήσεις τοῖς περὶ τὸν Ἡφαιστίωνα προσφέροντος ‘οὕτω δὴ μαλακὸς ὢν, ὦ Φιλώτα, καὶ ἄνανδρος ἐπεχείρεις πράγμασι τηλικούτοις;’ [7] ἀποθανόντος δὲ τοῦ Φιλώτου καὶ Παρμενίωνα πέμψας εὐθὺς εἰς Μηδίαν ἀνεῖλεν, ἄνδρα πολλὰ μὲν Φιλίππῳ συγκατεργασάμενον, μόνον δὲ ἢ μάλιστα τῶν πρεσβυτέρων φίλων Ἀλέξανδρον εἰς Ἀσίαν ἐξορμήσαντα διαβῆναι, τριῶν δὲ υἱῶν οὓς ἔσχεν, ἐπὶ τῆς στρατιᾶς δύο μὲν ἐπιδόντα πρότερον ἀποθανόντας, τῷ δὲ τρίτῳ συναναιρεθέντα. [8] ταῦτα πραχθέντα πολλοῖς τῶν φίλων φοβερὸν ἐποίησε τὸν Ἀλέξανδρον, μάλιστα δὲ Ἀντιπάτρῳ καὶ πρὸς Αἰτωλοὺς ἔπεμψε κρύφα πίστεις διδοὺς καὶ λαμβάνων. ἐφοβοῦντο γὰρ Ἀλέξανδρον Αἰτωλοὶ διὰ τὴν Οἰνιαδῶν ἀνάστασιν, ἣν πυθόμενος οὐκ Οἰνιαδῶν ἔφη παῖδας, ἀλλ᾽ αὑτὸν ἐπιθήσειν δίκην Αἰτωλοῖς.
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Projekttitel: eManual Alte Geschichte
Modul [optional]:
Übersetzung: Bernadotte Perrin
Lizenz: CC-BY-NC-SA

Übersetzung

[48] Now, Philotas, the son of Parmenio, had a high position among the Macedonians; for he was held to be valiant and able to endure hardship, and, after Alexander himself, no one was so fond of giving and so fond of his comrades. At any rate, we are told that when one of his intimates asked him for some money, he ordered his steward to give it him, and when the steward said he had none to give, ‘What meanest thou?’ cried Philotas, ‘hast thou not even plate or clothing?’ [2] However, he displayed a pride of spirit, an abundance of wealth, and a care of the person and mode of life which were too offensive for a private man, and at this time particularly his imitation of majesty and loftiness was not successful at all, but clumsy, spurious, and devoid of grace, so that he incurred suspicion and envy, and even Parmenio once said to him: ‘My son, pray be less of a personage.’ [3] Moreover, for a very long time accusations against him had been brought to Alexander himself. For when Dareius had been defeated in Cilicia and the wealth of Damascus was taken, among the many prisoners brought into the camp there was found a young woman, born in Pydna, and comely to look upon; her name was Antigone. [4] This woman Philotas got; and as a young man will often talk freely in vaunting and martial strain to his mistress and in his cups, he used to tell her that the greatest achievements were performed by himself and his father, and would call Alexander a stripling who through their efforts enjoyed the title of ruler. [5] These words the woman would report to one of her acquaintances, and he, as was natural, to somebody else, until the story came round to Craterus, who took the girl and brought her secretly to Alexander. He, on hearing her story, ordered her to continue her meetings with Philotas and to come and report to him whatever she learned from her lover.
[49] Now, Philotas was ignorant of the plot thus laid against him, and in his frequent interviews with Antigone would utter many angry and boastful speeches and many improper words against the king. [2] But Alexander, although strong testimony against Philotas came to his ears, endured in silence and restrained himself either because he had confidence in Parmenio’s good will towards him, or because he feared the reputation and power of father and son. Meanwhile, however, a Macedonian named Limnus, from Chalaestra, conspired against Alexander’s life, and invited Nicomachus, one of the young men, whose lover he was, to take part with him in the undertaking.[3] Nicomachus would not accept the invitation, but told his brother Cebalinus of the attempt, and he, going to Philotas, ordered him to conduct them into the presence of Alexander, on the ground that there were matters of great importance about which they must see him. But Philotas, for whatever reason (and the reason is not known), would not conduct them in, alleging that the king was engaged on other matters of more importance. And he refused their request twice. [4] They now became suspicious of Philotas and applied to someone else, by whom they were brought before Alexander. In the first place they told him about the plot of Limnus, and then threw out veiled insinuations against Philotas, on the ground that he had neglected their petitions on two occasions. This greatly incensed Alexander; and when he found that Limnus had defended himself against arrest and had therefore been killed by the man sent to fetch him, he was still more disturbed in mind, thinking that the proof of the plot had escaped him. [5] And since he felt bitter towards Philotas he drew to himself those who had long hated the man, and they now said openly that the king took things too easily when he supposed that Limnus, a man of Chalaestra, had set his hand to a deed of so great daring on his own account; nay, they said, he was only an assistant, or rather an instrument sent forth by a higher power, and enquiry into the plot should be made in those quarters where there was most interest in having it concealed. [6] After the king had once given ear to such speeches and suspicions, the enemies of Philotas brought up countless accusations against him. Consequently he was arrested and put to the question, the companions of the king standing by at the torture, while Alexander himself listened behind a stretch of tapestry. Here, as we are told, on hearing Philotas beset Hephaestion with abject and pitiful cries and supplications, he said: ‘So faint-hearted as thou art, Philotas, and so unmanly, couldst thou have set hand to so great an undertaking?’ [7] After Philotas had been put to death, Alexander sent at once into Media and dispatched Parmenio also, a man whose achievements with Philip had been many, and who was the only one of Alexander’s older friends, or the principal one, to urge his crossing into Asia, and who, of the three sons that were his, had seen two killed on the expedition before this, and was now put to death along with the third. [8] These actions made Alexander an object of fear to many of his friends, and particularly to Antipater, who sent secretly to the Aetolians and entered into an alliance with them. For the Aetolians also were in fear of Alexander, because they had destroyed the city of the Oeniadae, and because Alexander, on learning of it, had said that it would not be the sons of the Oeneadae, but he himself who would punish the Aetolians.
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Projekttitel: eManual Alte Geschichte
Modul [optional]:
Autor_in: Tobias Nowitzki
Lizenz: CC-BY-NC-SA

Plut. Al. 48-49

Leitfragen:

1) Wie ist der Gang der Ereignisse darzustellen, der zum Ende der Familie Parmenions führt?

2) Was verrät uns die Quelle über Alexanders Motiv für die Hinrichtung von Philotas und Parmenion?

3) Welche Rückschlüsse lässt die Quellenstelle auf den Charakter Alexanders im Besonderen und die Merkmale des makedonischen Hofes im Allgemeinen zu?

Kommentar:

Plutarch, ein griechischer Schriftsteller des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts, hat uns in seinen Parallelviten berühmter Römer und Griechen auch eine von Alexander überliefert. Diese stellt neben der Anabasis Arrians den Kern unseres literarischen Quellenbestandes zu Alexander dar.

In diesem Abschnitt behandelt Plutarch die Ereignisse direkt vor dem Tod des Philotas und seines Vaters Parmenion, beide hohe Adlige am makedonischen Hof und Heerführer unter Alexander. Philotas hatte schon seit der Eroberung von Damaskus eine Sklavin als Konkubine, Antigone. Gegenüber dieser, so der Bericht des Plutarch, gab er sich angeberisch und bezeichnete sich selbst und seinen Vater als die eigentlichen Genies des Feldzuges, nicht Alexander, der im Grunde unfähig sei. In einem anderen sozialen Umfeld wäre dies vielleicht eine harmlose Übertreibung gewesen, um eine Frau zu beeindrucken, am makedonischen Hof war dies jedoch anders. Über Umwege erreicht die Geschichte Alexander, der über diese Behauptungen in Zorn gerät. Er möchte mehr Beweise haben und schickt Antigone als Spionin zurück. Wenig später scheitert die Verschwörung eines gewissen Limnus, der Alexander töten wollte. Limnus wird zwar getötet, aber Philotas wird bezichtigt, an der Verschwörung beteiligt gewesen zu sein, und zwar von anderen Höflingen. Diesen hatte Philotas vorher den Zugang zu Alexander mehrfach verweigert, weswegen sie ihm gegenüber einen Groll hegten. Andere Feinde des Philotas nutzen die Gelegenheit, ihn ebenfalls bei Alexander anzuschwärzen, weshalb dieser ihn festsetzen und foltern lässt. Nach seiner Hinrichtung schickt Alexander Eilboten aus mit dem Befehl, Parmenion, den Vater des Philotas hinzurichten, damit dieser sich nicht gegen ihn stellen konnte.

Die Quelle verrät uns einiges über die Motive Alexanders, diese beiden Untergebenen hinzurichten. Gegen Philotas hegte er ohnehin einen Groll, weshalb er offenbar nur zu gerne den Anschuldigungen glaubte. Parmenion wird wahrscheinlich hingerichtet, weil Alexander dessen Rache fürchtete, genauere Angaben liefert die Quelle in dieser Hinsicht nicht.

Interessant ist die Quelle aber auch im Hinblick auf Alexander und seinen Hof. Alexander selbst ist hier als ein rachsüchtiger, emotionaler und brutaler Herrscher dargestellt. Er lässt aufgrund von Anschuldigungen Philotas festsetzen und foltern, verhöhnt ihn sogar noch während der Folter und lässt ihn schließlich töten, obwohl er, so zumindest Plutarchs Schilderung, nichts mit der Verschwörung des Limnus zu tun gehabt, sondern nur ein loses Mundwerk bewiesen hatte. Alexander stellte aber auch bei anderen Gelegenheiten, wie der Ermordung des Kleitos, unter Beweis, dass er keinerlei Sinn für Humor oder Geduld hatte, wenn er seine eigene Ehre angegriffen sah. Auch vom Hof Alexanders zeichnet die Quelle ein interessantes Bild. Offenbar bestehen unter den Oberen am Hofe eine Reihe von Feindschaften, die durchaus auch bis zum Tod des anderen geführt werden können. Dabei wird Alexanders Jähzorn offensichtlich von den jeweiligen Höflingen ausgenutzt, um auf diesem Wege persönliche Feinde zu beseitigen. Sowohl Alexander als auch sein Hof werden (nicht nur in dieser Quelle) als ehrversessene Personen mit einem starken Drang, ihre eigene Männlichkeit zu beweisen, angesehen; man würde heute umgangssprachlich wohl von Machos sprechen, die ihre Männlichkeit stets bedroht sehen und immer bereit sind, sie bis zum Letzten zu verteidigen.

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Siehe zum Charakter Alexanders auch den Bericht zum Tod des Hephaistion (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-tod-des-hephaistion/) und zur Meuterei am Hydaspes (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-meuterei-am-hydaspes/).

Zu seinem Umgang mit Verschwörungen siehe auch die Pagenverschwörung (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-pagenverschwoerung/).

Zu den Fehden am makedonischen Hof siehe auch den Bericht zur Ermordung Philipps II. (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-tod-philipp-ii/).

Alexander in der Oase Siwah

Projekttitel: eManual Alte Geschichte
Modul [optional]:
Autor_in: Arrian
Lizenz: CC-BY-NC-SA

 

Arrian, 3,4,5

ἐπὶ τούτοις δὲ πόθος λαμβάνει αὐτὸν ἐλθεῖν παρ᾽ Ἄμμωνα ἐς Λιβύην, τὸ μέν τι τῷ θεῷ χρησόμενον, ὅτι ἀτρεκὲς ἐλέγετο εἶναι τὸ μαντεῖον τοῦ Ἄμμωνος καὶ χρήσασθαι αὐτῷ Περσέα καὶ Ἡρακλέα, τὸν μὲν ἐπὶ τὴν Γοργόνα ὅτε πρὸς Πολυδέκτου ἐστέλλετο, τὸν δὲ ὅτε παρ᾽ Ἀνταῖον ᾔει εἰς Λιβύην καὶ παρὰ Βούσιριν εἰς Αἴγυπτον. [2] Ἀλεξάνδρῳ δὲ φιλοτιμία ἦν πρὸς Περσέα καὶ Ἡρακλέα, ἀπὸ γένους τε ὄντι τοῦ ἀμφοῖν καί τι καὶ αὐτὸς τῆς γενέσεως τῆς ἑαυτοῦ ἐς Ἄμμωνα ἀνέφερε, καθάπερ οἱ μῦθοι τὴν Ἡρακλέους τε καὶ Περσέως ἐς Δία. καὶ οὖν παρ᾽ Ἄμμωνα ταύτῃ τῇ γνώμῃ ἐστέλλετο, ὡς καὶ τὰ αὑτοῦ ἀτρεκέστερον εἰσόμενος ἢ φήσων γε ἐγνωκέναι. [3] μέχρι μὲν δὴ Παραιτονίου παρὰ θάλασσαν ᾔει δι᾽ ἐρήμου, οὐ μέντοι δι᾽ ἀνύδρου τῆς χώρας, σταδίους ἐς χιλίους καὶ ἑξακοσίους, ὡς λέγει Ἀριστόβουλος. ἐντεῦθεν δὲ ἐς τὴν μεσόγαιαν ἐτράπετο, ἵνα τὸ μαντεῖον ἦν τοῦ Ἄμμωνος. ἔστι δὲ ἐρήμη τε ἡ ὁδὸς καὶ ψάμμος ἡ πολλὴ αὐτῆς καὶ ἄνυδρος. [4] ὕδωρ δὲ ἐξ οὐρανοῦ πολὺ Ἀλεξάνδρῳ ἐγένετο, καὶ τοῦτο ἐς τὸ θεῖον ἀνηνέχθη. […]καὶ ὅτι μὲν θεῖόν τι ξυνεπέλαβεν αὐτῷ ἔχω ἰσχυρίσασθαι, ὅτι καὶ τὸ εἰκὸς ταύτῃ ἔχει, τὸ δὲ ἀτρεκὲς τοῦ λόγου ἀφείλοντο οἱ ἄλλῃ καὶ ἄλλῃ ὑπὲρ αὐτοῦ ἐξηγησάμενοι. […][4,5] ἐνταῦθα Ἀλέξανδρος τόν τε χῶρον ἐθαύμασε καὶ τῷ θεῷ ἐχρήσατο: καὶ ἀκούσας ὅσα αὐτῷ πρὸς θυμοῦ ἦν, ὡς ἔλεγεν, ἀνέζευξεν ἐπ᾽ Αἰγύπτου, ὡς μὲν Ἀριστόβουλος λέγει, τὴν αὐτὴν ὀπίσω ὁδόν, ὡς δὲ Πτολεμαῖος ὁ Λάγου, ἄλλην εὐθεῖαν ὡς ἐπὶ Μέμφιν.

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Projekttitel: eManual Alte Geschichte
Modul [optional]:
Übersetzung: Carl Cless
Lizenz: CC-BY-NC-SA

Text Übersetzung

[3] Nach diesem wandelte ihn die Lust an, den Ammon in Libyen heimzusuchen. Einerseits wollte er den Gott befragen, weil Ammons Orakel für untrüglich galt, und auch Perseus und Herkules dasselbe befragt haben sollen – jener, als er von Polydectes wider die Gorgo ausgesandt wurde, dieser, als er gegen Antaios nach Libyen und gegen Busiris nach Ägypten zog. Bei Alexander aber fand der Ehrgeiz in dem Gedanken Nahrung, beide, den Perseus und Herkules, unter seine Stammväter zählen zu dürfen. Andererseits leitete er selbst mitunter seine Abkunft von Ammon her, gleichwie die Sagengeschichte die Abstammung des Herkules und des Perseus auf Zeus zurückführt. Er unternahm daher die Heeresfahrt zu Ammon in der Absicht, auch in Ansehung seiner selbst etwas Bestimmteres inne zu werden, oder wenigstens sagen zu können, er habe etwas derart erfahren. Bis Paraitonion ging denn sein Zug längs der Seeküste durch eine jedoch nicht wasserlose Wüste, in einer Strecke von etwa sechzehnhundert Stadien, wie Aristobul angibt. Von da wandte er sich landeinwärts der Gegend zu, wo Ammons Orakel lag. Der Weg zieht sich durch Einöden hin, die größtenteils aus Sand bestanden und ohne Wasser waren. Dagegen bekam Alexander Wassers die Fülle vom Himmel, was natürlich der Huld des Gottes zugeschrieben wurde. […] Daß ihm nun Hilfe von oben zugekommen sei, darf ich wohl und um so mehr behaupten, weil es auch alle Wahrscheinlichkeit für sich hat; allein etwas Sicheres in der Sache zu ermitteln, haben die so verschieden lautenden Berichte unmöglich gemacht. […] Alexander war erstaunt über diese Gegend, befragte den Gott und brach, als der Bescheid, wie er sagte, ganz nach Wunsch ausgefallen war, wieder nach Ägypten auf, indem er nach Aristobul denselben, nach Ptolemaios aber einen anderen geraden Weg nach Memphis einschlug.

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Projekttitel: eManual Alte Geschichte
Modul [optional]:
Autor_in: Tobias Nowitzki
Lizenz: CC-BY-NC-SA

Kommentar und Leitfragen zu Arrian, 3,4,5

Leitfragen

1) Wieso zieht Alexander zur Oase Siwah?

2) Welche Erkenntnisse bietet die Quelle zum Verhältnis Alexanders zur Religion?

3) Was lässt sich aus der Quelle über die Methodik Arrians sagen?

Kommentar:

Arrian, ein griechischer Historiker des 2. Jahrhunderts nach Christus, hat uns in seiner Anabasis eine der wesentlichen Quellen zur Geschichte Alexanders des Großen überliefert. Die Ereignisse, die er beschreibt, liegen zu seiner Zeit bereits fast 500 Jahre zurück, und oft wirft ihm die Forschung vor, seine Quellen nicht verstanden zu haben; dennoch ist er eine der wenigen vollständigen Quellen für die Geschichte Alexanders.

In diesem Abschnitt behandelt er den Besuch Alexanders beim Orakel in der Oase Siwah in der libyschen Wüste. Dieser Abstecher, der Alexander auf seinem Feldzug nicht wenig aufgehalten hat, ist schon lange ein Streitpunkt der Forschung, da die Frage besteht, was Alexander erreichen wollte. In der Quelle wird ein Grund genannt: Er will das Orakel befragen, um entweder etwas Positives über seine Abstammung von Zeus Ammon zu erfahren, oder zumindest so tun zu können.

Auch über Alexanders Verhältnis zur Religion lernen wir etwas. Er sieht sich als Sohn des Zeus Ammon und damit als von göttlicher Abstammung. Er ist noch nicht so weit, sich selbst zum Gott zu erklären, das werden erst seine Nachfolger, die Diadochen, tun. Aber Alexander stellt sich als direkten Abkömmling der Götter da, was ihm das Orakel nach Auskunft Arrians ja auch bestätigte. Was hätten die Priester auch Anderes sagen sollen, wenn Alexander mit seinen Truppen zum Orakel kommt? Die Religion wird hier als Legitimationsquelle für die Herrschaft verwendet. Es ist aus heutiger Sicht nicht mehr zu klären, ob Alexander nun tatsächlich glaubte, ein Sohn des Zeus zu sein, wie er nach dieser Episode mehrfach behauptete, oder ob er diese Behauptung nur verbreitete, um seine Herrschaft zu legitimieren. Schon Arrian konnte sich keinen rechten Reim mehr auf das Verhalten des Königs machen, er beklagt die sehr unterschiedlich lautenden Berichte, auf die er seine Arbeit stützt. Das zeigt uns aber auch einen Teil seiner Methodik: Er versuchte, so viele Quellen wie möglich zu sammeln, die zeitlich möglichst nah am Geschehen sein sollten. Solche Informationen sind für den modernen Historiker von großem Wert, da sie die Einschätzung der Verlässlichkeit einer Quelle bedeutend erleichtern.

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Zu Alexanders Verhältnis zur Religion siehe auch den Bericht zur Gründung Alexandrias (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-die-gruendung-von-alexandria/) , zu Alexander und Achill (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-alexander-homer-und-achilles/) und zum Tod des Hephaistion (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-tod-des-hephaistion/). Zu Arrians Methodik siehe auch den Bericht zur Pagenverschwörung (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-pagenverschwoerung/).

Die Schlacht von Gaugamela

Projekttitel: eManual Alte Geschichte
Modul [optional]:
Autor_in: Tobias Nowitzki
Lizenz: CC-BY-NC-SA

Plut. Alex., 31,3-33,7 – Original:

[3] τὴν δὲ μεγάλην μάχην πρὸς Δαρεῖον οὐκ ἐν Ἀρβήλοις, ὥσπερ οἱ πολλοὶ γράφουσιν, ἀλλὰ ἐν Γαυγαμήλοις γενέσθαι συνέπεσε, σημαίνειν δέ φασιν οἶκον καμήλου τὴν διάλεκτον, ἐπεὶ τῶν πάλαι τις βασιλέων ἐκφυγὼν πολεμίους ἐπὶ καμήλου δρομάδος ἐνταῦθα καθίδρυσεν αὐτήν, ἀποτάξας τινὰς κώμας καὶ προσόδους εἰς τὴν ἐπιμέλειαν. [4] ἡ μὲν οὖν σελήνη τοῦ Βοηδρομιῶνος ἐξέλιπε περὶ τὴν τῶν μυστηρίων τῶν Ἀθήνησιν ἀρχήν, ἑνδεκάτῃ δὲ ἀπὸ τῆς ἐκλείψεως νυκτὶ τῶν στρατοπέδων ἐν ὄψει γεγονότων, Δαρεῖος μὲν ἐν ὅπλοις συνεῖχε τὴν δύναμιν, ὑπὸ λαμπάδων ἐπιπορευόμενος τὰς τάξεις, Ἀλέξανδρος δὲ τῶν Μακεδόνων ἀναπαυομένων αὐτὸς πρὸ τῆς σκηνῆς μετὰ τοῦ μάντεως Ἀριστάνδρου διέτριβεν, ἱερουργίας τινὰς ἀπορρήτους ἱερουργούμενος καὶ τῷ Φόβῳ σφαγιαζόμενος. [5] οἱ δὲ πρεσβύτεροι τῶν ἑταίρων, καὶ μάλιστα Παρμενίων, ὡς τὸ μὲν πεδίον τὸ μεταξὺ τοῦ Νιφάτου καὶ τῶν ὀρῶν τῶν Γορδυαίων ἅπαν ἑωρᾶτο καταλαμπόμενον τοῖς βαρβαρικοῖς φέγγεσιν, ἀτέκμαρτος δέ τις φωνὴ συμμεμιγμένη καὶ θόρυβος ἐκ τοῦ στρατοπέδου καθάπερ ἐξ ἀχανοῦς προσήχει πελάγους, [6] θαυμάσαντες τὸ πλῆθος καὶ πρὸς ἀλλήλους διαλεχθέντες ὡς μέγα καὶ χαλεπὸν ἔργον εἴη συμπεσόντας ἐκ προφανοῦς τοσοῦτον ὤσασθαι πόλεμον, ἀπὸ τῶν ἱερῶν γενομένῳ τῷ βασιλεῖ προσελθόντες ἔπειθον αὐτὸν ἐπιχειρῆσαι νύκτωρ τοῖς πολεμίοις καὶ τῷ σκότῳ τὸ φοβερώτατον συγκαλύψαι τοῦ μέλλοντος ἀγῶνος, [7] ὁ δὲ τὸ μνημονευόμενον εἰπὼν, ‘οὐ κλέπτω τὴν νίκην,’ ἐνίοις μὲν ἔδοξε μειρακιώδη καὶ κενὴν ἀπόκρισιν πεποιῆσθαι, παίζων πρὸς τοσοῦτον κίνδυνον, ἐνίοις δὲ καὶ τῷ παρόντι θαρρεῖν καὶ στοχάζεσθαι τοῦ μέλλοντος ὀρθῶς, μὴ διδοὺς πρόφασιν ἡττηθέντι Δαρείῳ πρὸς ἄλλην αὖθις ἀναθαρρῆσαι πεῖραν, αἰτιωμένῳ τούτων νύκτα καὶ σκότος, ὡς ὄρη καὶ στενὰ καὶ θάλασσαν τῶν προτέρων. [8] οὐ γὰρ ὅπλων οὐδὲ σωμάτων ἀπορίᾳ παύσεσθαι πολεμοῦντα Δαρεῖον ἀπὸ τηλικαύτης δυνάμεως καὶ χώρας τοσαύτης, ἀλλ᾽ ὅταν ἀφῇ τὸ φρόνημα καὶ τὴν ἐλπίδα, δι᾽ ἐμφανοῦς ἥττης κατὰ κράτος ἐξελεγχθείς.
[32] ἀπελθόντων δὲ τούτων κατακλιθεὶς ὑπὸ σκηνὴν λέγεται τὸ λοιπὸν μέρος τῆς νυκτὸς ὕπνῳ βαθεῖ κρατηθῆναι παρὰ τὸ εἰωθός, ὥστε θαυμάζειν ἐπελθόντας ὄρθρου τοὺς ἡγεμόνας καὶ παρ᾽ αὑτῶν ἐξενεγκεῖν παράγγελμα πρῶτον ἀριστοποιεῖσθαι τοὺς στρατιώτας ἔπειτα τοῦ καιροῦ κατεπείγοντος εἰσελθόντα Παρμενίωνα καὶ παραστάντα τῇ κλίνῃ δὶς ἢ τρὶς αὐτοῦ φθέγξασθαι τοὔνομα: καὶ διεγερθέντος οὕτως ἐρωτᾶν ὅ τι δὴ πεπονθὼς ὕπνον καθεύδοι νενικηκότος, οὐχὶ μέλλοντος ἀγωνιεῖσθαι τὸν μέγιστον τῶν ἀγώνων, [2] τὸν γοῦν Ἀλέξανδρον εἰπεῖν διαμειδιάσαντα ‘τί γάρ; οὐκ ἤδη σοι νενικηκέναι δοκοῦμεν ἀπηλλαγμένοι τοῦ πλανᾶσθαι καὶ διώκειν ἐν πολλῇ καὶ κατεφθαρμένῃ φυγομαχοῦντα χώρᾳ, Δαρεῖον;’ οὐ μόνον δὲ πρὸ τῆς μάχης, ἀλλὰ καὶ παρ᾽ αὐτὸν τὸν κίνδυνον ἐπεδείξατο μέγαν καὶ συνεστηκότα τῷ λογίζεσθαι καὶ θαρρεῖν ἑαυτόν. [3] ἔσχε γὰρ ὁ ἀγὼν ὑποτροπὴν καὶ σάλον ἐν τῷ εὐωνύμῳ κέρατι κατὰ Παρμενίωνα, τῆς Βακτριανῆς ἵππου ῥόθῳ πολλῷ καὶ μετὰ βίας παρεμπεσούσης εἰς τοὺς Μακεδόνας, Μαζαίου δὲ περιπέμψαντος ἔξω τῆς φάλαγγος ἱππεῖς τοῖς σκευοφυλακοῦσι προσβαλοῦντας. διὸ καὶ θορυβούμενος ὑπ᾽ ἀμφοτέρων ὁ Παρμενίων ἀπέστειλε πρὸς Ἀλέξανδρον ἀγγέλους φράζοντας οἴχεσθαι τὸν χάρακα καὶ τὰς ἀποσκευάς, εἰ μὴ κατὰ τάχος βοήθειαν ὀχυρὰν ἀπὸ τοῦ στόματος πέμψειε τοῖς ὄπισθεν, [4] ἔτυχε μὲν οὖν κατ᾽ ἐκεῖνο καιροῦ τοῖς περὶ αὐτὸν ἐφόδου διδοὺς σημεῖον ὡς δὲ ἤκουσε τὰ παρὰ τοῦ Παρμενίωνος, οὐκ ἔφη σωφρονεῖν αὐτὸν οὐδὲ ἐντὸς εἶναι τῶν λογισμῶν, ἀλλ᾽ ἐπιλελῆσθαι ταραττόμενον ὅτι νικῶντες μὲν προσκτήσονται καὶ τὰ τῶν πολεμίων, ἡττωμένοις δὲ φροντιστέον οὐ χρημάτων οὐδὲ ἀνδραπόδων, ἀλλ᾽ ὅπως ἀποθανοῦνται καλῶς καὶ λαμπρῶς ἀγωνιζόμενοι. [5] ταῦτα ἐπιστείλας Παρμενίωνι τὸ κράνος περιέθετο, τὸν δὲ ἄλλον ὁπλισμόν εὐθὺς ἀπὸ σκηνῆς εἶχεν, ὑπένδυμα τῶν Σικελικῶν ζωστόν, ἐπὶ δὲ τούτῳ θώρακα διπλοῦν λινοῦν ἐκ τῶν ληφθέντων ἐν Ἰσσῷ. τὸ δὲ κράνος ἦν μὲν σιδηροῦν, ἔστιλβε δὲ ὥσπερ ἄργυρος καθαρός, ἔργον Θεοφίλου, συνήρμοστο δὲ αὐτῷ περιτραχήλιον ὁμοίως σιδηροῦν, [6] λιθοκόλλητον μάχαιραν δὲ θαυμαστὴν βαφῇ καὶ κουφότητι, δωρησαμένου τοῦ Κιτιέων βασιλέως, εἶχεν, ἠσκημένος τὰ πολλὰ χρῆσθαι μαχαίρᾳ παρὰ τὰς μάχας. ἐπιπόρπωμα δὲ ἐφόρει τῇ μὲν ἐργασίᾳ σοβαρώτερον ἢ κατὰ τὸν ἄλλον ὁπλισμόν ἦν γὰρ ἔργον Ἑλικῶνος τοῦ παλαιοῦ, τιμὴ δὲ τῆς Ῥοδίων πόλεως, ὑφ᾽ ἧς ἐδόθη δῶρον: [7] ἐχρῆτο δὲ καὶ τούτῳ πρὸς τοὺς ἀγῶνας, ἄχρι μὲν οὖν συντάττων τι τῆς φάλαγγος ἢ παρακελευόμενος ἢ διδάσκων ἢ ἐφορῶν παρεξήλαυνεν, ἄλλον ἵππον εἶχε, τοῦ Βουκεφάλα φειδόμενος ἤδη παρήλικος ὄντος χωροῦντι δὲ πρὸς ἔργον ἐκεῖνος προσήγετο, καὶ μεταβὰς εὐθὺς ἦρχεν ἐφόδου.
[33] τότε δὲ τοῖς Θετταλοῖς πλεῖστα διαλεχθεὶς καὶ τοῖς ἄλλοις Ἕλλησιν, ὡς ἐπέρρωσαν αὐτὸν βοῶντες ἄγειν ἐπὶ τοὺς βαρβάρους, τὸ ξυστὸν εἰς τὴν ἀριστερὰν μεταβαλὼν τῇ δεξιᾷ παρεκάλει τοὺς θεούς, ὡς Καλλισθένης φησίν, ἐπευχόμενος, εἴπερ ὄντως Διόθεν ἐστὶ γεγονώς, ἀμῦναι καὶ συνεπιρρῶσαι τοὺς Ἕλληνας, [2] ὁ δὲ μάντις Ἀρίστανδρος χλανίδα λευκὴν ἔχων καὶ χρυσοῦν στέφανον ἐπεδείκνυτο παριππεύων ἀετὸν ὑπὲρ κεφαλῆς Ἀλεξάνδρου συνεπαιωρούμενον καὶ κατευθύνοντα τῇ πτήσει ὄρθιον ἐπὶ τοὺς πολεμίους, ὥστε πολὺ μὲν θάρσος ἐγγενέσθαι τοῖς ὁρῶσιν, ἐκ δὲ τοῦ θαρρεῖν καὶ παρακαλεῖν ἀλλήλους δρόμῳ τοῖς ἱππεῦσιν ἱεμένοις ἐπὶ τοὺς πολεμίους ἐπικυμαίνειν τὴν φάλαγγα, [2] ὁ δὲ μάντις Ἀρίστανδρος χλανίδα λευκὴν ἔχων καὶ χρυσοῦν στέφανον ἐπεδείκνυτο παριππεύων ἀετὸν ὑπὲρ κεφαλῆς Ἀλεξάνδρου συνεπαιωρούμενον καὶ κατευθύνοντα τῇ πτήσει ὄρθιον ἐπὶ τοὺς πολεμίους, ὥστε πολὺ μὲν θάρσος ἐγγενέσθαι τοῖς ὁρῶσιν, ἐκ δὲ τοῦ θαρρεῖν καὶ παρακαλεῖν ἀλλήλους δρόμῳ τοῖς ἱππεῦσιν ἱεμένοις ἐπὶ τοὺς πολεμίους ἐπικυμαίνειν τὴν φάλαγγα, [4] ἀλλὰ δεινὸς ὀφθεὶς ἐγγύθεν Ἀλέξανδρος καὶ τοὺς φεύγοντας ἐμβαλὼν εἰς τοὺς μένοντας ἐξέπληξε καὶ διεσκέδασε τὸ πλεῖστον, οἱ δὲ ἄριστοι καὶ γενναιότατοι πρὸ τοῦ βασιλέως φονευόμενοι καὶ κατ᾽ ἀλλήλων πίπτοντες ἐμποδὼν τῆς διώξεως ἦσαν, ἐμπλεκόμενοι καὶ περισπαίροντες αὑτοῖς καὶ ἵπποις. [5] Δαρεῖος δέ, τῶν δεινῶν ἁπάντων ἐν ὀφθαλμοῖς ὄντων καὶ τῶν προτεταγμένων δυνάμεων ἐρειπομένων εἰς αὐτόν, ὡς οὐκ ἦν ἀποστρέψαι τὸ ἅρμα καὶ διεξελάσαι ῥᾴδιον, ἀλλ᾽ οἵ τε τροχοὶ συνείχοντο πτώμασι πεφυρμένοι τοσούτοις οἵ τε ἵπποι καταλαμβανόμενοι καὶ ἀποκρυπτόμενοι τῷ πλήθει τῶν νεκρῶν ἐξήλλοντο καὶ συνετάραττον τὸν ἡνίοχον, ἀπολείπει μὲν τὸ ἅρμα καὶ τὰ ὅπλα, θήλειαν δέ, ὥς φασι, νεοτόκον ἵππον περιβὰς ἔφυγεν. [6] οὐ μὴν τότε ἂν ἐδόκει διαφυγεῖν, εἰ μὴ πάλιν ἧκον ἕτεροι παρὰ τοῦ Παρμενίωνος ἱππεῖς μετακαλοῦντες Ἀλέξανδρον, ὡς συνεστώσης ἔτι πολλῆς δυνάμεως ἐκεῖ καὶ τῶν πολεμίων οὐκ ἐνδιδόντων. ὅλως γὰρ αἰτιῶνται Παρμενίωνα κατ᾽ ἐκείνην τὴν μάχην νωθρὸν γενέσθαι καὶ δύσεργον, εἴτε τοῦ γήρως ἤδη τι παραλύοντος τῆς τόλμης, εἴτε τὴν ἐξουσίαν καὶ τὸν ὄγκον, ὡς Καλλισθένης φησί, τῆς Ἀλεξάνδρου δυνάμεως βαρυνόμενον καὶ προσφθονοῦντα. [7] τότε δ᾽ οὖν ὁ βασιλεὺς ἀνιαθεὶς τῇ μεταπέμψει τοῖς μὲν στρατιώταις οὐκ ἔφρασε τὸ ἀληθές, ἀλλ᾽ ὡς ἀνέχων τοῦ φονεύειν καὶ σκότους ὄντος ἀνάκλησιν ἐσήμανεν ἐλαύνων δὲ πρὸς τὸ κινδυνεῦον μέρος ἤκουσε καθ᾽ ὁδὸν ἡττῆσθαι παντάπασι καὶ φεύγειν τοὺς πολεμίους.
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Projekttitel: eManual Alte Geschichte
Modul [optional]:
Übersetzung: Bernadotte Perrin
Lizenz: CC-BY-NC-SA

 

Übersetzung

[31,3] Now, the great battle against Dareius was not fought at Arbela, as most writers state, but at Gaugamela.The word signifies, we are told, ‘camel’s house,’ since one of the ancient kings of the country, after escaping from his enemies on a swift camel, gave the animal a home here, assigning certain villages and revenues for its maintenance.
[4] It so happened that in the month Boëdromion the moon suffered an eclipse, about the beginning of the Mysteries at Athens, and on the eleventh night after the eclipse, the armies being now in sight of one another, Dareius kept his forces under arms, and held a review of them by torch-light; but Alexander, while his Macedonians slept, himself passed the night in front of his tent with his seer Aristander, celebrating certain mysterious sacred rites and sacrificing to the god Fear. [5] Meanwhile the older of his companions, and particularly Parmenio, when they saw the plain between the Niphates and the Gordyaean mountains all lighted up with the barbarian tires, while an indistinguishably mingled and tumultuous sound of voices arose from their camp as if from a vast ocean, [6] were astonished at their multitude and argued with one another that it was a great and grievous task to repel such a tide of war by engaging in broad day-light. They therefore waited upon the king when he had finished his sacrifices, and tried to persuade him to attack the enemy by night, and so to cover up with darkness the most fearful aspect of the coming struggle. [7] But he gave them the celebrated answer, ‘I will not steal my victory’; whereupon some thought that he had made a vainglorious reply, and was jesting in the presence of so great a peril. Others, however, thought that he had confidence in the present situation and estimated the future correctly, not offering Dareius in case of defeat an excuse to pluck up courage again for another attempt, by laying the blame this time upon darkness and night, as he had before upon mountains, defiles, and sea. [8] For Dareius would not give up the war for lack of arms or men when he could draw from so great a host and so vast a territory, but only when he had lost courage and hope, under the conviction brought by a downright defeat in broad day-light.
[32] After the men were gone, Alexander lay down in his tent, and is said to have passed the rest of the night in a deeper sleep than usual, so that when his officers came to him in the early morning they were amazed, and on their own authority issued orders that the soldiers should first take breakfast. Then, since the occasion was urgent, Parmenio entered the tent, and standing by his couch called Alexander twice or thrice by name; and when he had thus roused him, he asked him how he could possibly sleep as if he were victorious, instead of being about to fight the greatest of all his battles. [2] Then Alexander said with a smile: ‘What, pray? Dost thou not think that we are already victorious, now that we are relieved from wandering about in a vast and desolated country in pursuit of a Dareius who avoids a battle?’ And not only before the battle, but also in the very thick of the struggle did he show himself great, and firm in his confident calculations. [3] For in the battle the left wing under Parmenio was thrown back and in distress, when the Bactrian cavalry fell upon the Macedonians with great impetuosity and violence, and when Mazaeus sent horsemen round outside the line of battle to attack those who were guarding the Macedonian baggage. Therefore, too, Parmenio, much disturbed by both occurrences, sent messengers to Alexander telling him that camp and baggage were gone, unless he speedily sent strong reinforcements from front to rear. [4] Now, it chanced that at that instant Alexander was about to give the signal for the onset to those under his command; but when he heard Parmenio’s message, he declared that Parmenio was beside himself and had lost the use of his reason, and had forgotten in his distress that victors add the baggage of the enemy to their own, and that those who are vanquished must not think about their wealth or their slaves, but only how they may fight gloriously and die with honour. [5] After sending this message to Parmenio, he put on his helmet, but the rest of his armour he had on as he came from his tent, namely, a vest of Sicilian make girt about him, and over this a breastplate of two-ply linen from the spoils taken at Issus. His helmet was of iron, but gleamed like polished silver, a work of Theophilus; and there was fitted to this a gorget, likewise of iron, set with precious stones. [6] He had a sword, too, of astonishing temper and lightness, a gift from the king of the Citieans, and he had trained himself to use a sword for the most part in his battles. He wore a belt also, which was too elaborate for the rest of his armour; for it was a work of Helicon the ancient, and a mark of honour from the city of Rhodes, which had given it to him; this also he was wont to wear in his battles. [7] As long, then, as he was riding about and marshalling some part of his phalanx, or exhorting or instructing or reviewing his men, he spared Bucephalas, who was now past his prime, and used another horse; but whenever he was going into action, Bucephalas would be led up, and he would mount him and at once begin the attack.
[33] On this occasion, he made a very long speech to the Thessalians and the other Greeks, and when he saw that they encouraged him with shouts to lead them against the Barbarians, he shifted his lance into his left hand, and with his right appealed to the gods, as Callisthenes tells us, praying them, if he was really sprung from Zeus, to defend and strengthen the Greeks. [2] Aristander the seer, too, wearing a white mantle and having a crown of gold upon his head, rode along the ranks pointing out to them an eagle which soared above the head of Alexander and directed his flight straight against the enemy, at which sight great courage filled the beholders, and after mutual encouragement and exhortation the cavalry charged at full speed upon the enemy and the phalanx rolled on after them like a flood. [3] But before the foremost ranks were engaged the Barbarians gave way, and were hotly pursued, Alexander driving the conquered foe towards the centre of their array, where Dareius was. For from afar he was seen by Alexander through the deep ranks of the royal squadron of horse drawn up in front of him, towering conspicuous, a fine-looking man and tall, standing on a lofty chariot, fenced about by a numerous and brilliant array of horsemen, who were densely massed around his chariot and drawn up to receive the enemy. [4] But when they saw Alexander close at hand and terrible, and driving those who fled before him upon those who held their ground, they were smitten with fear and scattered, for the most part. The bravest and noblest of them, however, slain in front of their king and falling in heaps upon one another, obstructed the Macedonians in their pursuit, weaving and twining themselves in their last agonies about riders and horses. [5] But Dareius, now that all the terrors of the struggle were before his eyes, and now that the forces drawn up to protect him were crowded back upon him, since it was not an easy matter to turn his chariot about and drive it away, seeing that the wheels were obstructed and entangled in the great numbers of the fallen, while the horses, surrounded and hidden away by the multitude of dead bodies, were rearing up and frightening the charioteer, forsook his chariot and his armour, mounted a mare which, as they say, had newly foaled, and took to flight. [6] However, it is thought that he would not then have made his escape, had not fresh horsemen come from Parmenio summoning Alexander to his aid, on the ground that a large force of the enemy still held together there and would not give ground. For there is general complaint that in that battle Parmenio was sluggish and inefficient, either because old age was now impairing somewhat his courage, or because he was made envious and resentful by the arrogance and pomp, to use the words of Callisthenes, of Alexander’s power. [7] At the time, then, although he was annoyed by the summons, the king did not tell his soldiers the truth about it, but on the ground that it was dark and he would therefore remit further slaughter, sounded a recall; and as he rode towards the endangered portion of his army, he heard by the way that the enemy had been utterly defeated and was in flight.
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Projekttitel: eManual Alte Geschichte
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Autor_in: Tobias Nowitzki
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Plut. Alex., 31,3-33,7

Leitfragen:

1) Wie sind die Taktiken Alexanders und Dareios für die Schlacht?

2) Auf welche Weise will Alexander den endgültigen Sieg über Dareios erringen?

3) Welche Rückschlüsse lässt die jeweilige Schlachttaktik auf die Art der Herrschaftslegitimation zu?

Kommentar:

Plutarch, ein griechischer Schriftsteller des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts, hat uns in seinen Parallelviten berühmter Römer und Griechen auch eine von Alexander überliefert. Diese stellt neben der Anabasis Arrians den Kern unseres literarischen Quellenbestandes zu Alexander dar.

In diesem Abschnitt finden wir die Beschreibung der entscheidenden Schlacht zwischen Alexander und Dareios bei Gaugamela im heutigen Nordirak. Die Taktiken der beiden Könige sind aus der Quelle deutlich zu erkennen: Dareios verlässt sich auf die weit größere zahlenmäßige Stärke seiner Armee und die flache Ebene, auf der er diese Überlegenheit auch zum Tragen bringen will. Dass die Aufstellung seiner riesigen Armee (andere antike Quellen liefern die sicher weit übertriebene Zahl von 300 000 Soldaten) ihren Eindruck bei Alexanders Armee hinterlässt, ist an der Reaktion seiner Offiziere zu erkennen. Alexander hingegen, der sehr siegessicher ist, fußt seine Taktik auf zwei Dinge: Zum Einen, was in der Quelle nur implizit erkennbar ist, die große Erfahrung seiner Truppen, die teilweise schon mit seinem Vater Philipp in Griechenland gekämpft hatten und viel schlachterfahrener waren als die neu aufgestellte Armee des Dareios. Zum Anderen setzt Alexander auf einen direkten Angriff seinerseits auf Dareios, denn er will der persischen Armee den Kampfgeist nehmen, indem er ihren Anführer tötet. Dies fügt sich auch in seinen Gesamtplan, der darauf beruht, den Kampfeswillen Dareios‘ zu brechen, denn Alexander hat richtig erkannt, dass Dareios‘ Reich groß genug wäre, um noch mehr Armeen dieser Größe aufzustellen. Er kann also nur den Sieg erringen, wenn er den Kampfeswillen des Gegners bricht. Am Ende hat sich seine Taktik als die effektivere herausgestellt.

Aus den jeweiligen Taktiken erkennen wir, auf welche Weise beide Könige ihre Herrschaft legitimieren. Der persische Großkönig Dareios herrscht über ein Vielvölkerreich, von denen die meisten nur von seinen Satrapen beherrscht werden – sie haben in der Regel keine persönliche Beziehung zu ihrem König. So findet er sich auch in der Schlacht wieder: Ein einzelner Mann in einem sehr großen und uneinheitlichen Heer, dem es im entscheidenden Moment an Geschlossenheit mangelt. Er herrscht qua Geburtsrecht, man zweifelt den Großkönig nicht an, denn er ist Teil der achämenidischen Dynastie. Alexander dagegen muss sich vor seinen Untergebenen immer wieder beweisen, was an der charismatischen Natur der makedonischen Herrschaftslegitimation liegt. Im Gegensatz zu Dareios, der auch seine Satrapen für sich Kriege führen lassen kann (wie am Granikos geschehen), muss Alexander sein Heer persönlich führen, denn der Anführer des Heeres ist auch der des Reiches. Es handelt sich um ein Heereskönigtum, das an den militärischen Erfolg gebunden ist. An diversen Beispielen seiner Nachfolger, der sogenannten Diadochen, sieht man, dass makedonische Heere und Offiziere nur zu gerne den Anführer wechseln, wenn sich ein anderer als erfolgreicher, charismatischer oder stärker erwiesen hat. Dass auch Alexanders Charisma nicht ewig trug, sieht man später an der Meuterei seiner Truppen am Hydaspes in Indien. 

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Podcast-Hinweise
Sehen Sie zu dieser Quelle auch den Podcast „Alexander der Große“. Um einen breiteren Einblick in den Hellenismus zu erhalten, sehen Sie auch die Podcastreihe „Griechische Geschichte III – Hellenismus“.
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Zu Alexanders Herrschaftsführung siehr auch den Bericht zur Massenhochzeit in Susa ( http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originaltext-uebersetzung-und-kommentar-massenhochzeit-in-susa/), zu seiner Armeeführung den zur Meuterei am Hydaspes (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-meuterei-am-hydaspes/).

 

Die Gründung Alexandrias

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Autor_in: Plutarch
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Plut. Alex. 26-Original

[26] κιβωτίου δέ τινος αὐτῷ προσενεχθέντος, οὗ πολυτελέστερον οὐδὲν ἐφάνη τοῖς τὰ Δαρείου χρήματα καὶ τὰς ἀποσκευὰς παραλαμβάνουσιν, ἠρώτα τοὺς φίλους ὅ τι δοκοίη μάλιστα τῶν ἀξίων σπουδῆς εἰς αὐτὸ καταθέσθαι: πολλὰ δὲ πολλῶν λεγόντων αὐτὸς ἔφη τὴν Ἰλιάδα φρουρήσειν ἐνταῦθα καταθέμενος. [2] καὶ ταῦτα μὲν οὐκ ὀλίγοι τῶν ἀξιοπίστων μεμαρτυρήκασιν. εἰ δ᾽, ὅπερ Ἀλεξανδρεῖς λέγουσιν Ἡρακλείδῃ πιστεύοντες, ἀληθές ἐστιν, οὔκουν ἀργὸς οὐδὲ ἀσύμβολος αὐτῷ συστρατεύειν ἔοικεν Ὅμηρος, λέγουσι γὰρ ὅτι τῆς Αἰγύπτου κρατήσας ἐβούλετο πόλιν μεγάλην καὶ πολυάνθρωπον Ἑλληνίδα συνοικίσας ἐπώνυμον ἑαυτοῦ καταλιπεῖν, καί τινα τόπον γνώμῃ τῶν ἀρχιτεκτόνων ὅσον οὐδέπω διεμετρεῖτο καὶ περιέβαλλεν. [3] εἶτα νύκτωρ κοιμώμενος ὄψιν εἶδε θαυμαστήν ἀνὴρ πολιὸς εὖ μάλα τὴν κόμην καὶ γεραρὸς τὸ εἶδος ἔδοξεν αὐτῷ παραστὰς λέγειν τὰ ἔπη τάδε:
νῆσος ἔπειτά τις ἔστι πολυκλύστῳ ἐνὶ πόντῳ,
Αἰγύπτου προπάροιθε: Φάρον δέ ἑ κικλήσκουσιν.
εὐθὺς οὖν ἐξαναστὰς ἐβάδιζεν ἐπὶ τὴν Φάρον, ἣ τότε μὲν ἔτι νῆσος ἦν, τοῦ Κανωβικοῦ μικρὸν ἀνωτέρω στόματος, νῦν δὲ διὰ χώματος ἀνείλη [4] πται πρὸς τὴν ἤπειρον. ὡς οὖν εἶδε τόπον εὐφυΐᾳ διαφέροντα ταινία γάρ ἐστιν ἰσθμῷ πλάτος ἔχοντι σύμμετρον ἐπιεικῶς διείργουσα λίμνην τε πολλὴν καὶ θάλασσαν ἐν λιμένι μεγάλῳ τελευτῶσαν, εἰπὼν ὡς Ὅμηρος ἦν ἄρα τά τε ἄλλα θαυμαστὸς καὶ σοφώτατος ἀρχιτέκτων, ἐκέλευσε διαγράψαι τὸ σχῆμα τῆς πόλεως τῷ τόπῳ συναρμόττοντας, [5] καὶ γῆ μὲν οὐ παρῆν λευκή, τῶν δὲ ἀλφίτων λαμβάνοντες ἐν πεδίῳ μελαγγείῳ κυκλοτερῆ κόλπον ἦγον, οὗ τὴν ἐντὸς περιφέρειαν εὐθεῖαι βάσεις ὥσπερ ἀπὸ κρασπέδων εἰς σχῆμα χλαμύδος ὑπελάμβανον, ἐξ ἴσου συνάγουσαι τὸ μέγεθος, ἡσθέντος δὲ τῇ διαθέσει τοῦ βασιλέως αἰφνίδιον ὄρνιθες ἀπὸ τοῦ ποταμοῦ καὶ τῆς λίμνης, πλήθει τε ἄπειροι καὶ κατὰ γένος παντοδαποὶ καὶ μέγεθος, ἐπὶ τὸν τόπον καταίροντες νέφεσιν ἐοικότες οὐδὲ μικρὸν ὑπέλιπον τῶν ἀλφίτων, ὥστε καὶ τὸν Ἀλέξανδρον διαταραχθῆναι πρὸς τὸν οἰωνόν. [6] οὐ μὴν ἀλλὰ τῶν μάντεων θαρρεῖν παραινούντων πολυαρκεστάτην γὰρ οἰκίζεσθαι πόλιν ὑπ᾽ αὐτοῦ, καὶ παντοδαπῶν ἀνθρώπων ἐσομένην τροφόν ἔργου κελεύσας ἔχεσθαι τοὺς ἐπιμελητάς αὐτὸς ὥρμησεν εἰς Ἄμμωνος, ὁδὸν μακρὰν καὶ πολλὰ μὲν ἔχουσαν ἐργώδη καὶ ταλαίπωρα, κινδύνους δὲ δύο, τὸν μὲν ἀνυδρίας, δι᾽ ἣν ἔρημός ἐστιν οὐκ ὀλίγων ἡμερῶν, τὸν δέ, εἰ λάβρος ἐν ἄμμῳ βαθείᾳ καὶ ἀχανεῖ πορευομένοις ἐπιπέσοι νότος, ὥς που καὶ πάλαι λέγεται περὶ τὸν Καμβύσου στρατὸν, ἀναστήσας θῖνα μεγάλην καὶ κυματώσας τὸ πεδίον μυριάδας ἀνθρώπων πέντε καταχῶσαι καὶ διαφθεῖραι. [7] ταῦτα πάντα σχεδὸν πάντες ἐλογίζοντο, χαλεπὸν δὲ ἦν Ἀλέξανδρον ἀποτρέψαι πρὸς ὁτιοῦν ὡρμημένον. ἥ τε γὰρ τύχη ταῖς ἐπιβολαῖς ὑπείκουσα τὴν γνώμην ἰσχυρὰν ἐποίει, καὶ τὸ θυμοειδὲς ἄχρι τῶν πραγμάτων ὑπεξέφερε τὴν φιλονεικίαν ἀήττητον, οὐ μόνον πολεμίους, ἀλλὰ καὶ τόπους καὶ καιροὺς καταβιαζομένην.
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Projekttitel: eManual Alte Geschichte
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Übersetzung: Bernadotte Perrin
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Übersetzung

[26] When a small coffer was brought to him, which those in charge of the baggage and wealth of Dareius thought the most precious thing there, he asked his friends what valuable object they thought would most fittingly be deposited in it. And when many answered and there were many opinions, Alexander himself said he was going to deposit the Iliad there for safe keeping. [2] This is attested by many trustworthy authorities. And if what the Alexandrians tell us on the authority of Heracleides is true, then it would seem that Homer was no idle or unprofitable companion for him in his expedition. They say, namely, that after his conquest of Egypt he wished to found a large and populous Greek city which should bear his name, and by the advice of his architects was on the point of measuring off and enclosing a certain site for it. [3] Then, in the night, as he lay asleep, he saw a wonderful vision. A man with very hoary locks and of a venerable aspect appeared to stand by his side and recite these verses:—
Now, there is an island in the much-dashing sea, In front of Egypt; Pharos is what men call it.
Accordingly, he rose up at once and went to Pharos, which at that time was still an island, a little above the Canobic mouth of the Nile, but now it has been joined to the mainland by a causeway. [4] And when he saw a site of surpassing natural advantages (for it is a strip of land like enough to a broad isthmus extending between a great lagoon and a stretch of sea which terminates in a large harbour), he said he saw now that Homer was not only admirable in other ways, but also a very wise architect, and ordered the plan of the city to be drawn in conformity with this site. [5] There was no chalk at hand, so they took barley-meal and marked out with it on the dark soil a rounded area, to whose inner arc straight lines extended so as to produce the figure of a chlamys, or military cloak, the lines beginning from the skirts (as one may say), and narrowing the breadth of the area uniformly. The king was delighted with the design; but suddenly birds from the river and the lagoon, infinite in number and of every sort and size, settled down upon the place like clouds and devoured every particle of the barley-meal, so that even Alexander was greatly disturbed at the omen. [6] However, the seers exhorted him to be of good cheer, since the city here founded by him would have most abundant and helpful resources and be a nursing mother for men of every nation, and so he ordered those in charge of the work to proceed with it, while he himself set out for the temple of Ammon. The journey thither was long, full of toils and hardships, and had two perils. One is the dearth of water, which leaves the traveller destitute of it for many days; the other arises when a fierce south wind smites men travelling in sand of boundless depth, as is said to have been the case with the army of Cambyses, long ago; the wind raised great billows of sand all over the plain and buried up fifty thousand men, to their utter destruction. [7] Almost all of Alexander’s followers took all these things into consideration, but it was difficult to turn him aside from any course so ever when he had once set out upon it. For Fortune, by yielding to his onsets, was making his purpose obstinate, and the high spirit which he carried into his undertakings rendered his ambition finally invincible, so that it subdued not only enemies, but even times and places.
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Projekttitel: eManual Alte Geschichte
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Autor_in: Tobias Nowitzki
Lizenz: CC-BY-NC-SA

Plut. Al. 26

Leitfragen:

1) Wie ist der Verlauf der Stadtgründung von Alexandria nach dieser Quelle?

2) Was sind die Vorteile der Stadtgründung für Alexander, insbesondere die Vorteile des Standortes?

3) Welche Rückschlüsse lässt die Quelle über Alexanders Haltung zum Religiösen zu?

Kommentar:

Plutarch, ein griechischer Schriftsteller des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts, hat uns in seinen Parallelviten berühmter Römer und Griechen auch eine von Alexander überliefert. Diese stellt neben der Anabasis Arrians den Kern unseres literarischen Quellenbestandes zu Alexander dar.

In diesem Abschnitt behandelt er den Verlauf der Stadtgründung von Alexandria in Ägypten. Nach der Eroberung Ägyptens hatte Alexander offenbar vor, dort eine große Stadt zu gründen, die seinen Namen tragen sollte. Die Gründung von Städten war auch schon Merkmal seines Vaters Philipp gewesen, eine seiner Gründungen ist beispielsweise Thessaloniki im heutigen Nordgriechenland, die „Stadt des Sieges über die Thessaler“. Alexander will seine Gründung jedoch nach sich benennen. Tatsächlich tat er dies sehr häufig, wir kennen Dutzende dieser Fälle. Alexandria in Ägypten ist jedoch die Gründung, die am wichtigsten und größten wurde und ist auch heute noch eine der größten Städte Ägyptens. Zuerst hat Alexander laut Plutarch den Plan gefasst, eine Stadt in Ägypten zu gründen, woraufhin ihm im Traum eine Vision Homers erschien, die einen Vers zitierte, der ihn zum Bau der Stadt bei der Insel Pharos brachte – wo später der berühmte Leuchtturm errichtet wurde. An dem Ort angekommen, sah Alexander seine vielen Vorteile, lobte Homer für dessen Weitsicht und ließ mit Hafermehl die Umrisse der Stadt skizieren. Das Mehl wurde jedoch von Vögeln gefressen, was er zuerst für ein schlechtes Omen hielt, dann konnte er jedoch von seinen Sehern umgestimmt werden. Schließlich befahl er den Baubeginn.

Für Alexander hat die Gründung der Stadt viele Vorteile. Sicherlich der wichtigste: Die makedonische Herrschaft in Ägypten wird dadurch gefestigt. Die Neubürger waren meist Griechen, die Stadt wurde nach griechischem Muster angelegt und sollte neben der militärischen Kontrolle und der Zentralverwaltung auch bei der kulturellen Anpassung eine große Rolle spielen. Denn sowohl hier als auch in allen seinen anderen Alexandrias, sollten Griechen leben und die griechische Kultur verbreiten, bis nach Afghanistan, wo er Alexandria Eschate, „das fernste Alexandria“, gründete. Zudem lag die Stadt in Ägypten strategisch sehr gut und ließ sich hervorragend verteidigen, was später auch Cäsar feststellen sollte. Der Hafen war ideal gelegen und machte die Stadt zu einer der reichsten, größten und auch kosmopolitischsten der Antike. Ferner diente die Stadt zu Alexanders eigener Verehrung, da es üblich war, den Gründer einer Stadt als Heros zu verehren. So sicherte sich Alexander seinen eigenen Kult überall im Reich. Nicht nur dies lässt tief blicken, was Alexanders Ansicht der Religion angeht. Er war sich der Wirksamkeit religiöser Symbolik sehr bewusst und nutzte sie zu seinem Vorteil, wie in diesem Fall die Traumvision. Selbst hat er ebenfalls großen Respekt vor Omen, wie an dem Beispiel der Vögel zu sehen ist, hat aber keine Probleme damit, diese in für sich positive Omen umdeuten zu lassen. Dies war im Übrigen ein in der ganzen Antike gängiges Vorgehen. Ebenso instrumentalisiert er bewusst seine Verehrung als Gründerheros der Städte, um seinen Untertanen seine herausragende, unantastbare Stellung deutlich zu machen. Ob er selbst an seine Göttlichkeit glaubte, ist in der modernen Forschung umstritten und lässt sich nicht abschließend klären, da uns für die Beantwortung dieser Frage Quellen aus seiner eigenen Hand fehlen. 

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Podcast-Hinweise
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Vergleiche zu Alexanders Ideen zur dauerhaften Sicherung seines Reiches auch den Bericht zur Massenhochzeit von Susa (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originaltext-uebersetzung-und-kommentar-massenhochzeit-in-susa/). Zu seiner Nutzung religiöser Symboliken siehe auch die Berichte zu Alexander und Achill (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-alexander-homer-und-achilles/), der Meuterei am Hydaspes (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-meuterei-am-hydaspes/) und der Reise zum Ammonorakel in der Oase von Siwah (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-alexander-in-der-oase-siwah/).

Tod Philipp II.

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Autor_in: Diodor
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Diodor, 16, 93-94 – Original:

[93] τοῦ δὲ θεάτρου πληρωθέντος αὐτὸς ὁ Φίλιππος ᾔει λευκὸν ἔχων ἱμάτιον καὶ προστεταχὼς τοὺς δορυφόρους μακρὰν ἀφεστῶτας ἀφ᾽ ἑαυτοῦ συνακολουθεῖν: ἐνεδείκνυτο γὰρ πᾶσιν ὅτι τηρούμενος τῇ κοινῇ τῶν Ἑλλήνων εὐνοίᾳ τῆς τῶν δορυφόρων φυλακῆς οὐκ ἔχει χρείαν. [2] τηλικαύτης δ᾽ οὔσης περὶ αὐτὸν ὑπεροχῆς καὶ πάντων ἐπαινούντων ἅμα καὶ μακαριζόντων τὸν ἄνδρα παράδοξος καὶ παντελῶς ἀνέλπιστος ἐφάνη κατὰ τοῦ βασιλέως ἐπιβουλὴ καὶ θάνατος. [3] ἵνα δὲ σαφὴς ὁ περὶ τούτων γένηται λόγος, προεκθησόμεθα τὰς αἰτίας τῆς ἐπιβουλῆς. Παυσανίας ἦν τὸ μὲν γένος Μακεδὼν ἐκ τῆς Ὀρεστίδος καλουμένης, τοῦ δὲ βασιλέως σωματοφύλαξ καὶ διὰ τὸ κάλλος φίλος γεγονὼς τοῦ Φιλίππου. [4] οὗτος ὁρῶν ὑπὸ τοῦ βασιλέως ἀγαπώμενον ἕτερον Παυσανίαν ὁμώνυμον ἑαυτῷ ὀνειδιστικοῖς πρὸς αὐτὸν ἐχρήσατο λόγοις, φήσας ἀνδρόγυνον εἶναι καὶ τοὺς τῶν βουλομένων ἔρωτας ἑτοίμως προσδέχεσθαι. [5] ὁ δὲ τὴν ἐκ τῆς λοιδορίας ὕβριν οὐκ ἐνέγκας τὸ μὲν παρὸν κατεσιώπησεν, Ἀττάλῳ δέ τινι τῶν φίλων ἐπικοινωσάμενος περὶ τῶν μελλόντων πράττεσθαι ἑκουσίως καὶ παραδόξως ἑαυτὸν ἐκ τοῦ ζῆν μετέστησεν. [6] μετ᾽ ὀλίγας γὰρ ἡμέρας τοῦ Φιλίππου πρὸς Πλευρίαν τὸν τῶν Ἰλλυριῶν βασιλέα διαγωνιζομένου πρὸ τοῦ βασιλέως στὰς ἁπάσας τὰς φερομένας ἐπ᾽ αὐτὸν πληγὰς ἀνεδέξατο τῷ ἰδίῳ σώματι καὶ μετήλλαξεν. [7] διαβοηθείσης δὲ τῆς πράξεως ὁ μὲν Ἄτταλος, εἷς ὢν τῶν ἐξ αὐλῆς καὶ πολὺ δυναμένων παρὰ τῷ βασιλεῖ, ἐκάλεσεν ἐπὶ δεῖπνον τὸν Παυσανίαν καὶ πολὺν ἐμφορήσας ἄκρατον παρέδωκεν αὐτοῦ τὸ σῶμα τοῖς ὀρεωκόμοις εἰς ὕβριν καὶ παροινίαν ἑταιρικήν. [8] ὁ δὲ ἀνανήψας ἐκ τῆς μέθης καὶ τῇ τοῦ σώματος ὕβρει περιαλγὴς γενόμενος τοῦ Ἀττάλου κατηγόρησεν ἐπὶ τοῦ βασιλέως. ὁ δὲ Φίλιππος παρωξύνθη μὲν ἐπὶ τῇ παρανομίᾳ τῆς πράξεως, διὰ δὲ τὴν πρὸς Ἄτταλον οἰκειότητα καὶ τὴν εἰς τὸ παρὸν αὐτοῦ χρείαν οὐκ ἐβούλετο μισοπονηρεῖν: [9] ἦν γὰρ ὁ Ἄτταλος τῆς μὲν ἐπιγαμηθείσης γυναικὸς ὑπὸ τοῦ βασιλέως Κλεοπάτρας ἀδελφιδοῦς, ἐπὶ δὲ τῆς προαπεσταλμένης δυνάμεως εἰς τὴν Ἀσίαν στρατηγὸς προκεχειρισμένος, ἐν δὲ τοῖς πολεμικοῖς ἀγῶσιν ἀνδρεῖος. διόπερ ὁ βασιλεὺς πραῧναι βουλόμενος τοῦ Παυσανίου τὴν ἐπὶ τῷ πάθει γεγενημένην δικαίαν ὀργὴν δωρεὰς ἀξιολόγους ἀπένειμεν αὐτῷ καὶ κατὰ τὴν σωματοφυλακίαν προῆγεν αὐτὸν ἐντίμως.
[94] ὁ δὲ Παυσανίας ἀμετάθετον φυλάττων τὴν ὀργὴν ἔσπευδε μὴ μόνον παρὰ τοῦ πράξαντος λαβεῖν τιμωρίαν, ἀλλὰ καὶ παρὰ τοῦ μὴ τιμωροῦντος αὐτῷ. συνεπελάβετο δὲ ταύτης τῆς προαιρέσεως μάλιστα ὁ σοφιστὴς Ἑρμοκράτης. τοῦ γὰρ Παυσανίου σχολάζοντος αὐτῷ καὶ κατὰ τὴν διατριβὴν πυθομένου πῶς ἄν τις γένοιτο ἐπιφανέστατος, ὁ σοφιστὴς ἀπεκρίθη εἰ τὸν τὰ μέγιστα πράξαντα ἀνέλοι: τῇ γὰρ περὶ τούτου μνήμῃ συμπεριληφθήσεσθαι καὶ τὸν τὴν ἀναίρεσιν αὐτοῦ ποιησάμενον. [2] ἀνενέγκας δὲ πρὸς τὴν ἰδίαν ὀργὴν τὸν λόγον καὶ διὰ τὸν θυμὸν οὐδεμίαν τῆς γνώμης ὑπέρθεσιν ποιησάμενος ἐν αὐτοῖς τοῖς ὑποκειμένοις ἀγῶσι τὴν ἐπιβουλὴν συνεστήσατο τοιῷδέ τινι τρόπῳ. [3] ἵππους παραστησάμενος ταῖς πύλαις παρῆλθε πρὸς τὰς εἰς τὸ θέατρον εἰσόδους ἔχων κεκρυμμένην Κελτικὴν μάχαιραν. τοῦ δὲ Φιλίππου τοὺς παρακολουθοῦντας φίλους κελεύσαντος προεισελθεῖν εἰς τὸ θέατρον καὶ τῶν δορυφόρων διεστώτων, ὁρῶν τὸν βασιλέα μεμονωμένον προσέδραμε καὶ διὰ τῶν πλευρῶν διανταίαν ἐνέγκας πληγὴν τὸν μὲν βασιλέα νεκρὸν ἐξέτεινεν, αὐτὸς δ᾽ ἐπὶ τὰς πύλας καὶ τοὺς ἡτοιμασμένους πρὸς τὴν φυγὴν ἔθεεν ἵππους. [4] εὐθὺς δὲ τῶν σωματοφυλάκων οἱ μὲν πρὸς τὸ σῶμα τοῦ βασιλέως ὥρμησαν, οἱ δ᾽ ἐπὶ τὸν τοῦ σφαγέως διωγμὸν ἐξεχύθησαν, ἐν οἷς ὑπῆρχον καὶ Λεόννατος καὶ Περδίκκας καὶ Ἄτταλος. ὁ δὲ Παυσανίας προλαβὼν τῆς διώξεως ἔφθασεν ἂν ἐπὶ τὸν ἵππον ἀναπηδήσας, εἰ μὴ τῆς ὑποδέσεως περὶ ἄμπελόν τινα περιπλακείσης ἔπεσεν. διόπερ οἱ περὶ τὸν Περδίκκαν καταλαβόντες αὐτὸν ἐκ τῆς γῆς ἀνιστάμενον καὶ συγκεντήσαντες ἀνεῖλον.
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Übersetzung: C.H. Oldfather
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Übersetzung

Every seat in the theatre was taken when Philip appeared wearing a white cloak, and by his express orders his bodyguard held away from him and followed only at a distance, since he wanted to show publicly that he was protected by the goodwill of all the Greeks, and had no need of a guard of spearmen. [2] Such was the pinnacle of success that he had attained, but as the praises and congratulations of all rang in his ears, suddenly without warning the plot against the king was revealed as death struck. [3] We shall set forth the reasons for this in order that our story may be clear. There was a Macedonian Pausanias who came of a family from the district Orestis. He a was bodyguard of the king and was beloved by him because of his beauty. [4] When he saw that the king was becoming enamoured of another Pausanias (a man of the same name as himself), he addressed him with abusive language, accusing him of being a hermaphrodite and prompt to accept the amorous advances of any who wished. [5] Unable to endure such an insult, the other kept silent for the time, but, after confiding to Attalus, one of his friends, what he proposed to do, he brought about his own death voluntarily and in a spectacular fashion. [6] For a few days after this, as Philip was engaged in battle with Pleurias, king of the Illyrians, Pausanias stepped in front of him and, receiving on his body all the blows directed at the king, so met his death. [7] The incident was widely discussed and Attalus, who was a member of the court circle and influential with the king, invited the first Pausanias to dinner and when he had plied him till drunk with unmixed wine, handed his unconscious body over to the muleteers to abuse in drunken licentiousness. [8] So he presently recovered from his drunken stupor and, deeply resenting the outrage to his person, charged Attalus before the king with the outrage. Philip shared his anger at the barbarity of the act but did not wish to punish Attalus at that time because of their relationship, and because Attalus’s services were needed urgently. [9] He was the nephew of the Cleopatra whom the king had just married as a new wife and he had been selected as a general of the advanced force being sent into Asia, for he was a man valiant in battle. For these reasons, the king tried to mollify the righteous anger of Pausanias at his treatment, giving him substantial presents and advancing him in honour among the bodyguards.
Pausanias, nevertheless, nursed his wrath implacably, and yearned to avenge himself, not only on the one who had done him wrong, but also on the one who failed to avenge him. In this design he was encouraged especially by the sophist Hermocrates. He was his pupil, and when he asked in the course of his instruction how one might become most famous, the sophist replied that it would be by killing the one who had accomplished most, for just as long as he was remembered, so long his slayer would be remembered also. [2] Pausanias connected this saying with his private resentment, and admitting no delay in his plans because of his grievance he determined to act under cover of the festival in the following manner. [3] He posted horses at the gates of the city and came to the entrance of the theatre carrying a Celtic dagger under his cloak. When Philip directed his attending friends to precede him into the theatre, while the guards kept their distance, he saw that the king was left alone, rushed at him, pierced him through his ribs, and stretched him out dead; then ran for the gates and the horses which he had prepared for his flight. [4] Immediately one group of the bodyguards hurried to the body of the king while the rest poured out in pursuit of the assassin; among these last were Leonnatus and Perdiccas and Attalus. Having a good start, Pausanias would have mounted his horse before they could catch him had he not caught his boot in a vine and fallen. As he was scrambling to his feet, Perdiccas and the rest came up with him and killed him with their javelins.

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Projekttitel: eManual Alte Geschichte
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Autor_in: Tobias Nowitzki
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Diodor, 16, 93-94

Leitfragen:

1) Wie ist der Hergang des Attentats nach dem Bericht des Diodor?

2) Welche Rückschlüsse lässt die Quelle auf die Motive des Pausanias zu?

3) Was sagen die genannten Motive über die makedonische Oberschicht aus?

Kommentar:

Diodor war ein Historiker des späten Hellenismus und ist für uns eine wichtige Quelle für die Zeit Alexanders, besonders auch, weil er zeitlich viel näher an den Ereignissen ist, als es beispielsweise Plutarch und Arrian in der römischen Kaiserzeit sind.

In diesem Abschnitt behandelt Diodor den Hergang der Ereignisse um die Ermordung von Alexanders Vater, Philipp II. von Makedonien. Zwei seiner Leibwächter, die beide den Namen Pausanias tragen, stehen im Zentrum der Geschehnisse. Der erste Pausanias ist eifersüchtig, weil der König sich eher zu dem anderen Pausanias hingezogen fühlt, und beleidigt den Nebenbuhler schwer. Dieser tötet sich selbst, indem er den Tod in der Schlacht sucht. Daraufhin gibt Attalos, ein einflussreicher Adliger am Hofe, dem ersten Pausanias die Schuld am Tod des Nebenbuhlers und lässt ihn von seinen Maultiertreibern vergewaltigen. Für diese Schande will Pausanias Rache und fordert von Philipp die Bestrafung des Attalos. Da der König diesen noch benötigt, wird er nicht bestraft, und der erboste Pausanias tötet aus Rache Philipp im Theater und wird direkt danach selbst getötet.

Die Motive des Pausanias liegen klar auf der Hand: Sein Wunsch nach Rache treibt ihn an, ebenso wie die Ermunterungen des Sophisten Hermokrates. Denn es stellt sich an dieser Stelle die Frage, warum er sich nicht viel eher an Attalos rächt, der doch für die Vergewaltigung verantwortlich war. Viele moderne Forscher haben denn auch gemutmaßt, dass Pausanias dazu überredet wurde, Philipp zu töten, weil man den König loswerden wollte. Als ein potentieller Verschwörer bietet sich hier stets Philipps Sohn Alexander an, der nach dem Attentat König wurde und durch den Tod seines Vaters viel zu gewinnen hatte, da sein Stern am Hofe offenbar bereits zu sinken begann. Die Täterschaft kann heute nicht mehr geklärt werden, ist aber immer noch ein besonders heiß diskutiertes Thema der Altertumswissenschaften.

Die Quelle bietet uns faszinierende Einblicke in die Mentalität der makedonischen Oberschicht. Zuerst einmal fällt die Brutalität ins Auge, mit der alle Beteiligten vorgehen, ebenso wie die hohe Stellung, die sie ihrer eigenen Ehre zumessen. Wir sehen auch, wie intrigant am Hofe vorgegangen wird und wie sich die Adligen gegeneinander ausspielen. Interessant ist ebenfalls, wie stark in vielen Fällen die sexuelle Komponente ist: Die Eifersucht des Pausanias, die Beziehungen des Königs zu seinen Leibwächtern, die Vergewaltigung. Insgesamt bietet Diodor uns das Bild der makedonischen Adligen als einer hochkompetitiven Gesellschaft, die von der eigenen Ehre besessen ist, zur (sexuellen) Gewalt neigt und nicht zögert, kompromisslos Feinde aus dem Weg zu räumen. Auch mit dem eigenen Leben ist man erstaunlich kompromisslos, wie es der Pausanias zeigt, der in der Schlacht fällt. 

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Podcast-Hinweise
Sehen Sie zu dieser Quelle auch den Podcast „Alexander der Große“. Um einen breiteren Einblick in den Hellenismus zu erhalten, sehen Sie auch die Podcastreihe „Griechische Geschichte III – Hellenismus“.
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Die makedonische Oberschicht wird ebenfalls im Bericht zur Pagenverschwörung ( http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-pagenverschwoerung/) und zum Tod des Parmenion (http://emanualaltegeschichte.blogs.uni-hamburg.de/originalquelle-uebersetzung-und-kommentar-die-ermordung-parmenions-familie/)beleuchtet.